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von Anderen, anderen Völkern und anderen Zeiten für Weise gehal-ten wurden oder vielleicht noch gehalten werden. Mein dahingegan-gener Freund im Doppeltuch, und selbst meine alte erste Jnclinationsagten mir oft: „Ihr Gelehrte seid Narren," meinten aber damit weiternichts, als: „wir Andern leben und genießen, und ihr sitzt da übertodten Büchern." Nun, ich habe das Leben auch genossen, aber Büchersind doch schuld, daß ich für meine Verhältnisse zu großartig gegenLeute gewesen bin, die es nicht verdienten. Die Franzosen sagen:lots äs ton ns blanoüit jarnaio, * was ich meinerseits nicht richtigfinde.
Wir haben es hier eigentlich bloß mit den Narren in der engstendritten Bedeutung zu thun, mit Menschen, die durch lustige Streicheund Possen sich auszeichnen, und gerade darum geliebt werden. Dergemeine Sprachgebrauch nennt auch Leute, die das Talent haben,Manieren, Sprache, Mienen rc. Anderer nachzuäffen, Narren, ohne siedadurch schimpfen zu wollen, sowie wir kleine nachahmende KinderNärrchen heißen, ja der Verliebte selbst sein Mädchen. Man mußsich nur untereinander verstehen. Ein abgehender Primaner sagte inseiner Abschiedsrede: „Die Welt besteht aus zweierlei Narren, hoch-zuverehreude Lehrer und werthe Schüler!" Ueber diese Worte ent-stand ein solcher Lärmen, daß Alles auseinander ging, weil beide Theilesich mißverstanden. Unsere Alten waren mit dem Worte Narr sehrfreigebig. Wir gebrauchen das feinere Wort Thor, oder noch feinerQuerkopf, da deren Anzahl so groß geworden ist, daß sie frei unterallerlei Titeln und Kleidern herumlaufen, und selbst das Narr- oderDrillhäuschen abgekommen ist, und wenn Jeder ein großes N vor sei-nem Namen führen sollte, wie die Doctoren und Magister ihr D undM, so müßte der Schriftgiesser Millionen N extra gießen.
Hienieden fehlte es nie an Narrheiten und kann nicht fehlen anlustigen und ernsten, kriegerischen und politischen, theologischen, juristi-schen , medizinischen, philosophischen und künstlerischen. Liebe machtwohl die meisten, läßt sich aber am geschwindesten heilen durch Liebeund Ehe; aber nur die lustigen geben langes und vergnügtes Leben,nebst gehöriger Leibesöffnung. 8i guanüo tstuo äsleoturi volo, nonest longs guaersuäuin; ms viäso, 2 sagte schon Seneca, und wer ansich noch nicht genug hat, mag sich in Erasmus und Braut und Geylervon Kaysersberg umsehen, oder in das Buch gucken: Narrenspiegel,
1 Des Narren Kepf wird niemals grau. — 2 Wenn ich einmal über einen Narrenlachen will, brauche ich nicht lange zu suchen — ich betrachte mich selbst.