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wohlgeschliffener, worin Hundertvierzehn Arten allerlei Narren Eben-bild mit merianischcn Kupfern und scherz- und ernsthaften Reimenvon Wilhelm Jocoscrius, Fol., verzeichnet sind; vielleicht erblickt ersich sechsten, und gehört er unter die einzige Art erträglicher Narren,unter die lustigen, so singt er:
Ich harre, du harrest, wir harren I Doch dauert lustigen NarrenDes Possenspiels Vorgang, Die Hora nicht zu lang!
Der große Narrenordcn zählt grobe und feine Köpfe, gute undschlechtdenkende Menschen; es gibt >o vielerlei Arten Narren, als esAdjektivs zu Substantivis gibt; arme Teufel werden als Narren ein-gesperrt, vornehme haben bloß Vapeurs. Seit Aufhebung der Klösterlausen natürlich weit mehrere in der Welt herum; andere wohnenunter eigenen! Dach und plagen bloß die Ihrigen, und selbst mit denenist es nicht ganz richtig, die vergessen, daß sie selbst unter dem Dachwohnen. Der Keim der Narrheit liegt in dem Vermögen, sich in eineneingebildeten Zustand versetzen zu können, und in der Behaglichkeit,die ein freies Spiel der Phantasie wirklich gewährt; hieraus entstehtHang dazu, der zur Gewohnheit wird und endlich die Besonnenheitmit fortnimmt. Nützliche Thätigkeit und Arbeit ist daher das besteGegenmittel. Romanleserinnen sollten fleißig an Don Quixote den-ken, der Ritterbücher lange las mit dem Bewußtsein, daß er wederirrender Ritter sei, noch Riesen bekäinpsen müsse, noch eine Damehabe; er wurde bloß kopfhängerisch darüber; nun machten sich Dritteden Spaß und schlugen ihn zum Ritter, und nun ward er erst einwirklicher Narr, aber mit der vollen Zufriedenheit der Narren, ver-nünftig sprechend über Alles, was nicht in Beziehung stand zu seinerirrenden Ritterschaft.
Die deutsche Sprache ist reich an komischen Ausdrücken zur Be-zeichnung der Narrheit, nur der Ausdrücke über Trunkenheit möchtennoch mehrere sein. Man ist eigen, hat Eigenheiten, man ist sonder-bar, wunderlich, exaltirt, excentrisch, Hasenfuß, Haspel, Zipfel, Quer-kopf. Der Mann ist mit der Pelzkappe geschossen; hat einen Schuß,Sparren; es fehlt ihm; es ist nicht richtig; spukt; rappelt; er istnicht recht gebacken; es fehlt im Oberstübchen oder unterm Hute; erist gepickt, gespritzt, verschränkt, nicht wohl bei Troste oder letz, wiees in Schwaben heißt. Er ist auseinander, hinweg, aus dem Ge-schirr, aus dem Häuschen, überwarfen, übergeschnappt, überhirnig,hinterdenkisch; Schwärmer, Phantast, Visionär; schwermüthig, trüb-sinnig, verkehrt, verrückt, unsinnig, aberwitzig, wahnwitzig; ein Narr,