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Hauptkapitel im Buche der Lebensweisheit und da, wo die Vernunftdie Herrschaft endlich errungen hat. Es ist traurig, aber wahr, wasBoufflers sagt, wenn man auf dem glatten Wege des Lebens nichtfallen und unglücklich sein will, denn
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Wer es mit Allem ernstlich nehmen will, geht umsonst und fürnichts darüber zu Grunde. Ueberall stoßen wir auf Narren, und imZeitalter der Aufklärung und der Jetztzeit ist beinahe auch der einNarr, der seinem Weibe und seinen Freunden traut und Wahrheitredet, ehrlich ist und an Tugend und Menschheit glaubt. Schwerlichwird der Mensch mit Allem, was in ihm und um ihn ist, jemals soeins werden, daß er nicht dumm oder wahnsinnig zu sein braucht,um recht glücklich zu sein, und wenn die Erdenwürmer einmal anfan-gen werden, der Vernunft zu huldigen, stirbt vielleicht die Erde. „Ihrseid ein Narr!" sagte ein großer Fürst zu seinem Vertrauten, und^ vielleicht sprechen meine Leser ebenso zu mir; daher erlaube ich mir,lächelnd zu erwidern, was der Vertraute seinem Herrn: „Wer ist'snicht?"
„Vertraget die Narren, dieweil ihr klug seid," sprach schon St.Paulus. Sind wir nicht Alle mehr oder weniger Thoren, und sindnicht die Thorheiten in des Menschen Leben dauernder verwebt alsdie besten Segeltücher, von der Wiege bis zum Grabe? Manche hoheGenealogie liefert eine Narrenliste; die vollständigste aber enthält dochdie große allgemeine Welthistorie, und die Zahl der Narren ist sogroß, daß man wohl daraus die fünfte Weltmouarchie errichten könnte,folglich ist es weise, Epictet zu folgen: „Dulde und meide." UnserLichtenberg theilte uns die Bittschrift eines Narrenhauses mit, dasum eine öffentliche Bibliothek bat: es ist Schade, daß er das Ver-zeichniß der Bücher, die verlangt wurden, zurückbehielt. Die Reisedurch Stadt und Land Narrenburg, Abdera 1790. 8. dürfen aber auchgescheite Leute machen, die ja wissen:
i Damit wir fallen, mäht die Zeit, da wo wir gehen,
Hier kann durch die Vernunft allein uns Hüls' erstehen,Denn allzuweit trieb' uns der Geist vorwärts,
Und allzu sehr nach links zog' uns das Herz!