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verfeinerten Orient ging die Mode über in den Occident, nach Grie-chenland und Rom unter Chalifen und griechischen Kaisern, und er-hielt sich bis in die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts. Die Höf-linge hießen damals vourtisaus, und so heißen denn in unsern alt-deutschen Hof- und Staatsaktionen auch jene lustigen Personen llour-tisans, zum Beweise, wie spaßhaft damals Höflinge gewesen seinmüssen, und wie spaßhaft es damals an Höfen zuging. Die Pagenhaben sich noch bis heute im Kredit erhalten.
Witzige Narren waren indessen auch früher eben nicht häufig, aberman hatte damals ihrer so wenig genug, als wir der humoristischenBücher; es war den Fürsten nicht so leicht gemacht, berühmte Possen-reißer zu bekommen, daher die Mindermachtigen und der Landadel aufseinen Burgen auch an einfältigen und blödsinnigen Dümmlingenihren Spaß hatten, wenn sie ihnen nur den Bauch füllten. HerzogEberhard der Bärtige, der kinderlos war, gab sich unendliche Mühe,einen berühmten Possenreißer, Paul Wüst, zu überkommen, aber derNarr antwortete ihm: „Mein Vater hat einen Narren für sich ge-macht, mache dir auch einen."
Im Mittelalter gab es Hofnarren sn titrs ä'ollioo, ' und wiederandere ohne eigentliche Hoftitel, wie die Minne- und Meistersänger,die Scalden, von denen unser Wort Schalk herzurühren scheint, javorzüglich die Burgpfaffen, die Hofkaplane und selbst die Hofprediger.Hofpoet war am Hose der Ludwige so viel als Hofnarr. HofpredigerSchwab in der Pfalz war nebenher Tafeldecker, und der Fürst riefeinst, als er mit seiner Predigt nicht fertig werden konnte: „HerrJohann, laßt decken!" Kurfürst Carl Ludwig aber hielt schon keineHofnarren mehr. „Wenn ich lachen will," sagte er, „laß ich mir einpaar Professoren kommen und sie mit einander disputiren." Nun,wir denken jetzt besser von den Professoren und auch über Disputiren;aber ein alter, tüchtiger Hofnarr — und sie waren in der Regel dieWitzigsten und Klügsten am Hofe unter der Larve der Thorheit —war in meinen Augen dem Fürsten, wo nicht nützlicher, doch ebensoviel werth als der Leibarzt. Die Strnensee^ sind selten, und wermöchte enden wie er? Die Herren Hofräthe thun daher recht wohl,sich bloß auf den Leib ihres Herrn zu beschränken, und schon viel,wenn sie ihn nur warnen, solchem nicht allzu viel zuzumuthen; ssromockioina xsratur. ^
> Mit förmlicher Bestallung. — ? Früher Leibarzt, spater Premierminister KönigChristians VII. von Dänemari. — 2 Zn spät wird Medizin gebraucht.