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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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nous, wenn man einmal weiß, daß er das goldene Ohr des Regentenist. Aber wie läßt sich alles das mit dem berühmten orientalischenErnste reimen? Nehmen die Morgenländer diesen Ernst nur gegenAusländer an, oder halten sie es für unwürdig, öffentlich zu lachen?— Sie müssen heimlich lachen, denn ohne Lächeln lassen sich doch jeneDinge nicht denken.

Den Kreuzzügen, denen das Abendland so viele ernste und nütz-liche Dinge verdankt, verdanken wir auch erst die stehende Mode derHofnarren, denn an sonstigen Narren kann es uns nicht gefehlt haben,da so viele das Kreuz auf sich nahmen, und der große Haufen, mitAusnahme der Ritter, sein Kreuz wirklich schleppte. Wahrscheinlichkopirte man die Etikette des constantinopolitanischen Hofes, wie andereHofsitten, so wie wir späterhin an Höfen ja inländische Schweizersahen, deutsche Husaren und Heiducken, selbst christliche Hoftürken undnatiouelle Neger. Die Hofnarren erschienen zuerst unter der Gestaltder Minstrels und der Troubadours im elften bis dreizehnten Jahr-hundert an den Höfen der Könige, der Päpste, geistlicher und welt-licher Fürsten, und waren meist vom niedern Adel; endlich ahmtenselbst kleine Grafen, Freiherren und reiche Privatpersonen die Modenach, und hielten sich ihre Narren. — Welch' glückliche Zeiten fürSchöngeister, denn so durfte man wirklich mit einem Rückblick auf ihreZeit sie nennen., Mau nannte sie Jongleurs, Joculatores, Bänkel-sänger rc., und aus ihrer Menge oder aus dem abged ankten Narrenex ollioio gingen förmliche Landstreicher hervor, die sich als Markt-schreier, Luftspriuger, Taschenspieler, Kameel-, Bären- und Affenlührerüberboten, das neugierige Volk an sich zn ziehen und zu betrügen, bisspät genug — erst eigentlich vor fünfzig bis sechzig Jahren die Polizeiernstlicher auftrat.

Eine alte Chronik des deutschen Ordens weiß die Armuth desOrdens nach dem Frieden von Thoren, 1466, nicht stärker auszu-drücken, als daß sie sagt: „Der Hoch- und Deutschmeister selbst kannjetzt kaum mehr einen Narren halten, da doch vorher jeder Comthurseinen eigenen Narren gehabt hat," welches letztere verdammt zwei-deutig klingt. „Ich habe in alten Burgen Bildnisse von Narren ge-sehen, denen man es sogleich ansehen konnte, daß sie nur Narren umsGeld oder liebe Brod spielten deren Witz sicher die Thaten und denNamen ihrer Herren weit überlebt hätte, wenn Witzköpfe für Geldoder bloße Maulfülle eines solchen Ehrgeizes fähig wären, oder soviel Bildung gehabt hätten, zu schreiben und zu lesen, und an Nach-