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rühm zu denken. Ich habe ein Halbdutzend Bildnisse von Narrenunter Rittergesichtern hangen sehen; wie roh und platt und nichts-sagend waren diese gegen die Gesichter ihrer Narren.
Die Narren waren jetzt ein eigener förmlicher Stand geworden,gegen den Reichsgesetze und Klosterregeln eiferten. Auf dem Reichs-tage zu Augsburg 1500 wurde verordnet: „Daß, wo Jemand Narrenhalten wolle, er solche dermaßen halte, daß sie andere Leute unbcsuchtund unbclästigt ließen; Narren und Närrinnen sollen von NiemandSchildwappen und Ring tragen, wenn sie nicht in dessen Gebrödestehen, und der Adel soll ihnen dieselbe auch nicht mehr so leicht an-hängen." Man sieht hieraus, daß die Beschwerden gegen die Narrenmeist solche betrafen, die im weltlichen Dienst, bei niederem Adel, oderin gar keinem Brod standen, denn in Klöstern spielten die Möncheselbst die Lustigerathsrolle, nnd selbst die Herren Aebte spielten sie angroßen Höfen. Bebel gibt einem Johannes Morio zu Zwiefalten dasZeugniß, daß der siebenzigjährige Schalksnarr täglich anNarrheit wachse. In Klöstern fehlte es nie bis an das Ende ihrerTage an einem Bruder Spaßmacher; ich selbst habe noch dasVergnügen genossen, über ihre Späße zu lachen, versteht sich, daß derNarr in der Kutte war.
Die eigentliche Uniform der Narren aber war im Mittelalterbunte Jacke, Spitzhut, Halskrause und Pritsche, wie sich noch derHanswurst auf dem Theater zeigt, und das war ganz gut. Die Uni-form sagte sogleich, wen man die Ehre hatte vor sich zu sehen, unddas ist viel werth, und die Narren selbst wurden dadurch offenbarwitziger und lustiger. Fühlt sich nicht selbst der Soldat in Uniformkühner und tapferer, als im Eivilkleide? Fühlt sich nicht der hoch-würdige Herr ehrwürdiger in Perrücke, Kirchenrock, Ueberschlag, Ba-rette, die Bibel in der Hand, als in der Nachtmütze und in Pantoffel,Schlasrock und mit Tabakspfeife? Man denke sich reichsstädtische Bürger-meister und Senatoren, wenn sie nach dem Rath gingen oder fuhrenin ihrer alten schwarzen, spanischen Tracht, wie ich sie noch selbst zuNürnberg bewundert habe. Eine Standeskleidung wirkt offenbar zu-rück auf den Geist des Standes.
Hvchberühmt waren in Italien Arlotto, der als Pfarrer zu Flo-renz starb 1483 , Barlacchia, Ausrufer daselbst, und Gonella, derenSchwanke zusammengedruckt noch heute in Italien gerne gelesen wer-den. Letzterer trieb den Spaß mit seinem Herrn, dem Herzog vonFerrara, so weit, daß er ihn in den Po hinabstieß, um ihn durch