Schrecken vom Fieber zu heilen, und dieser erschreckte ihn dafür wie-der seinerseits dadurch, daß er ihn zum Schwert verurtheilte, aber be-fahl , statt des Hiebes ihm bloß einen Eimer kalten Wassers überzu-gießen; der arme Gonella blieb aber aus Schrecken todt. Arlotto'sbestes Stückchen ist wohl, daß er bei seiner Reise nach Neapel alleAufträge seiner Freunde, die mit Geld begleitet waren, richtig be-sorgte, den Andern aber erzählte, daß auf dem Schiff, wo er geradeseine Commissionen vor sich hingelegt hätte, plötzlich ein Wind sicherhoben und alle nicht beschwerten Briefe ins Meer geführt habe.Der italienische Name Bnffo für Narr kommt sicher von Lntka (Maul-schelle) her, denn im Mittelalter galt eine Maulschelle für weiternichts, als einen Spaß, und es ist recht gut, daß diese Sitte abge-kommen ist, und die der Damen, die noch manchmal vorkommen, läßtman sich von so sanfter Hand gerne gefallen; sie sind sogar ein ein-ladender Spaß.
Die Franzosen hatten ihre Triboulet, Marot, Brusquet, der stetsmit Marschall Strozzi in possenhaften Streitigkeiten lebte, und dannden berühmten Herzog von Roqnclanre. Trotzes in Champagne hattedie Ehre, die Könige mit Narren zu versehen, worunter sich aber keinerauszeichnete, als der Narr König Carls des Einfältigen. „Wollenwir nicht tauschen?" sagte der König, — „Nein!" — „Nun, schämstdn dich, König zu sein?" — „Nein, aber ich schämte mich eines sol-chen Narren." Triboulet, der Narr Franz I., lebt in der Geschichte,denn bei der Durchreise Kaiser Carls V. durch Frankreich sagte er, dasich wirklich Carl nicht sehr edel gegen Franz benommen hatte: „Der istein größerer Narr als ich, daß er nach Frankreich geht." — „Aberwenn ich ihn nun ungehindert reisen lasse?" — „Dann schreibe ichdeinen Namen statt des seinigen in mein Narrenregister."
Marot gehörte unter die gelehrten Lustigmacher, wie einst bei unsTanbmann. Als er den Gesandten Frankreichs dem Papst den Pan-toffel küssen sah, lief er aus der Audienz: „Ich müßte xa sonst denHintern küssen," was man auch von Rabelais erzählt, und recht schönwar die Antwort, die er einem Hochmuthsnarren gab, der ihm sagte:„Ich kann nicht leiden, daß mir ein Narr zur Rechten gehe." — „Aberich," sagte er, auf die linke Seite hüpfend. Brusquet, den Brantomeallen Hofnarren vorziehen will, und der wegen seiner mörderischenQuacksalbereien gehängt worden wäre ohne Heinrich II., der ihm frei-stellte, eine Todesart zu wählen: „Nun, so erlauben Sie mir, amAlter zu sterben," — war denn doch mehr Eulenspiegel als Witzkopf,