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Männer ohne Welt ist durch ein treffendes Bonmot des gescheiten Nar-ren in der Geburt erstickt worden, wie manche allzuraschc Handlungeines Fürsten selbst! Die Offenheit und Redlichkeit, der Hauptnutzender lustiger Rathe, ist mit ihnen verschwunden, aber die Thorheitensind geblieben nur in Modegestalten, und die verständige, einfache,wenn gleich etwas derbe Natur, sonst wäre sie nicht Natur, mußtezurückweichen vor der Verfeinerung und dem süßen Schein, die Jackevor Uniformen, Orden, Von und imponircnden Titeln, und diesewerden sich wohl hüten, den alten Narrenorden wieder herzustellen.
Es ist angenehmer allerdings, daß sich die Unterhaltnngskunst soausgebildet hat, daß man nicht mehr an matten Späßen so viel Ge-fallen findet, sondern mehr Geschmack an wahrem Geist und Witz undfeinerem Scherz, an gelehrten und politischen Unterhaltungen, mehrvon der Stadt und dem Theater spricht, als vvm Hofe; ja in vielenStädten sind Deutsche so fein geworden, wie bei den alten petitsLondons > zu Paris. Mystifikationen, wie sie die Franzosen lieben,der niedrigste Grad der Unterhaltung in meinen Augen, waren nie infeinern deutschen Cirkeln eingerissen; man spricht eher von einer lau-nigen Erzäklu ng, von einem unterhaltenden Buche, und macht zwischenhinein wohl noch Charaden, und weiter herunter Räthsel. Der Witzder alten Welt drehte sich, wo nicht gar um Zoten, doch meist nurum Wortspiele und Gemeinheiten, und die meisten Narren glichen demHerrn Matthos des Abts von Marchthal; er fiel in die Donau undrief: „Wie gut, daß ich nicht ertrunken bin, mein Herr hätte mich todt-prngeln lassm!" er mußte in der größten Hitze einst Holz spalten undrief der Sonne mehrmals zu: „Spare deine Hitze auf den Winter, sospare ich Holz." — Auf die Frage: „Was hat dich denn so grau ge-macht?" antwortete er: „Die Haare." Solche Witzworte galten fürköstlich, wir können sie entbehren; aber, wie schon gesagt, ich sehemit Schmerz auf den zerbrochenen Spiegel nackter Wahrheiten undanf die vermoderte Geißel, womit sie Thorheiten züchtigten, vor wel-chen wir uns jetzt bücken oder wenigstens schweigen.
Die Zeiten sind vorüber, trotz des Geschwätzes von Freiheit, woKönige ihre Minister so schätzten, und die Minister ihre Könige, daßsie beide unter vier Auge« bloß die Sprache der Wahrheit führten,oder ihre verdrießlichen Launen nicht über viernndzwauzig Stundenandauern ließen, wie das der Fall war zwischen Heinrich undSnlly, und wohl noch einigen wahrhaft Großen. Neben den Narren
* Kleine Abendessen.