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standen einst in dieser Hinsicht in der That die Hofprediger. Nichtsfür ungut! Wo sind die Hofprediger, die Luthers Sprache zu führenwagten, die er gegen den Herzog von Pommern führte? „Herr Pater,ich möchte Euch wohl auch einmal beichten, denn Eure Predigt hatmir ausnehmend gefallen." — „Es soll mir lieb sein," entgegnete Luther,„Eure fürstliche Gnaden sind ein großer Herr, also auch ohne Zweifelein großer Sünder." Die jetzigen Herrn Hofprediger sind wie dieHarnische der jetzigen Großen, nur in elligie; ' sie kommen nie mehrauf den Leib, jene Herren wenig mehr in die Kirche, wo die Kanzelsie doch schützte, und an der Tafel — da hat man an andere wohl-schmeckendere Dinge zu denken.
Der Narr des Abts Berthold von St. Gallen sagte 1296 seinemHerrn auf dem Züricher See: „Wenn das lauter Milch wäre!" —„Aber was wolltest du denn da einbrocken?" — „Lauter Mönche undNonnen, und der Teufel müßte dann diese Milchsuppe auffressen." —„Und auch mich?" — „Nun, warum sollte ich dem Teufel nicht aucheinen der fettesten Bissen gönnen?" Der Narr Karls des Kühnen,Herzogs von Burgund, der sich gerne mit Hnnnibal vergleichen hörte,rief nach der Schlacht von Granson hinter ihm drein: „Ach, gnädig-ster Herr, die haben uns einmal tüchtig behannibalt!" Diese Wahr-heit konnte zwar den kriegerischen, stolzen Herzog nicht vor Murtcnund Nancy bewahren, aber er hatte sie doch gehört, wie sie unsereGroßen nicht mehr hören, und ein gutes Wort findet oft gute Statt,oft über Nacht im Bette, und wenn auch nach mehreren Tagen erst.Der Narr des Herzogs Leopold von Oesterreich äußerte nach beendig-tem Kriegsrath über den Einfall in die Schweiz: „Ihr habt Euchberathen, wie Ihr in die Schweizerberge dringen wolltet, aber keinervon Euch scheint daran gedacht zu haben, wie kommen wir wiederheraus?" Leopold folgte nicht; wie können wir verlangen, daß diekriegerischen Preußen bei dem ersten Kreuzzuge gegen die Neufrankenan die Worte jenes Narren denken sollten? Bloß der Narr Lvsutus ^machte späterhin vorsichtiger, und das nur nach und nach — nach deut-scher Sitte — und im Jahre 1814 zeigte es sich, wie viel man vomNarren Lvontns gelernt hatte, was man zum Theil freilich früherhätte wissen können. Wie uugemein viel Philosophie liegt nicht indem Dialog eines Narren mit seinem Herrn! Dieser fragte ihn nacheiner erhaltenen Ohrfeige: „Aber warum gibst Du sie nicht wieder?"
r Im Bilde gemalt. — 2 Erfolg, Folgen.