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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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— Lieber Herr, wir sind nur unserer zwei gewesen, und so wäre esdoch gleich wieder au mich gekommen."

Die Römer hatten schon das Sprüchwort von einem der ganz freisein und Alles sagen wollte: ant rsgein ant tatuum nasei oxurtsro, *und die weisen 6raoouli im Bart und Philosophenmantel, von denenRom unter den Cäsaren wimmelte, weil es zur Mode gehörte, sicheinen solchen Hausphilosophen zu halten, darf man wohl unterdiese Narren zählen, die aber znm Ruhm für die Großen Roms inder Regel ihres Narrenprivilegiums ungestraft genossen zu habenscheinen, und der Plebs bekümmerte sich ohnehin nichts um ihre Reden.In vielen Fällen war es aber doch in der That besser, daß unsereFürsten des Mittelaltcrs sich selbst des Narren bedienten, ihren Mi-nistern oder Andern etwas Nützliches, aber Unangenehmes sagen zukönnen, ohne persönlich aufzutreten; man wußte doch ungefähr, wieviel es geschlagen hübe. Die jetzigen Lieblinge der Großen sind vielzu vorsichtig und klug, selbst die Gelehrten, mit denen sich eine Chri-stine, Katharina und Friedrich umgaben, waren es, und hielten dasDepartement der Wahrheit nicht für ihr eigentliches Departement,oder hatten zu viel Feinheit und Welt; es waren keine deutschen Pro-fessoren, um mit der Wahrheit in das Haus zu fallen, die sich auchmit der Kultur der neuern Zeit längst von Höfen und selbst vonStädten hinweg ins Gebirge oder aufs Land geflüchtet hatte.

Christine, die für Studien und Ruhe die Leidenschaft hatte, welcheihren Vater und Karl XII. für den Krieg belebte, ganz in der Rich-tung der Genies, die sich auch nicht gerne mit Geschäften abgeben (dienatürlichste Enträthselung ihrer Thronentsagung), umgab sich mit Ge-lehrten, die sie offenbar mehr noch zum Besten hatte, als Fritz dieseinigen; sie umgab sich mit Descartes, Saumaise, Bochart, Hüet,Meibom und Bourdelot, lauter große Pedanten verglichen mit Vol-taire. Bourdelot bezauberte sie noch am meisten mit seinem Witz, denner war, wie Voltaire, kein eigentlicher Gelehrter, und als Mann vonWelt fiel es ihm leicht, den Pedanten ihre schwachen Seiten abzuge-winnen und sie Christinen lächerlich zu machen. Die Königin ließeine Münze schlagen mit der Umschrift: „Der Parnaß ist besser alsder Thron," und ihr Geschmack machte sie vom Throne herabstcigen,was ein Mann, wie Friedrich, hübsch bleiben ließ. Ihre Gelehrtensagten ihr, daß sie eine zehnte Muse sei, die Sibylle des Nordens;

1 Er müsse als König oder Narr geboren werden.

Demokrilos. XII. ü