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die Statue selbst war, und sich allein bewegte, wovon der Grund unterdie Mysterien gehört, obgleich die Beweglichkeit schon ziemlich deutlichden Zweck zu erhärten scheint. Xenophon und Aristoteles gedenkennicht minder der Marionetten, und Freund Horaz sagt von einemManne, der sich von Andern bei der Nase herumführen läßt:
Oueeris, ut nvrviZ al!en!s inodile *
Wir sprechen kürzer von Marionetten im Fleische; die von Holzam Drahte geleiteten scheinen sich immer mehr zu verlieren, währendleider die Marionetten von Fleisch zuzunehmen scheinen, was sich leichterklären läßt aus unserer größeren Verfeinerung und höher gestiegenenKultur.
Brioche, ein französischer Zahnarzt, hat große Verdienste um dieVervollkommnung der Puppen, und sein durch diese vom Vater er-lernte Kunst noch berühmterer Sohn, ist von Boileau verewigt wordenin seinen ltsttrss (VII, x. 104). Damals gab es noch ein eigenesMarionettentheater zu Paris, das meines Wissens nicht mehr ist. InItalien sind natürlich, als Reliquien der Römer, die Puppen (Lu-rattini) die ältesten im heutigen Europa und auch die vollkommensten;gar Viele finden sie unterhaltender als Schauspiel und Oper. DerItaliener betrachtet das Theater mehr als Conversazione, plaudertlieber, statt dem Stück aufmerksam zu folgen ; bei den Puppen brauchtes keiner Aufmerksamkeit, und man ist stets seines Zweckes versichert,sich satt zu lachen. In den Morgenländern vertreten sie ohnehin fastganz die Stelle des Theaters, und Orientalen nehmen sich die Frei-heit, die Kleidungen und Sitten der Franken durchzuhecheln und habengar oft Recht, und ich möchte diese so ernsten Orientalen lachen sehen;vielleicht lachen sie hier mehr als in der Gesellschaft, wo ich sie oft anden Höfen des Mittelalters angestaunt habe, als wahre Automaten.
Wenn in Italien eine Milchverkäufcrin auf der Puppenbühneerscheint, sich niedersetzt, ein Glied nach dem andern sich vom Rumpfelöst, aus deren einem sich ein Mädchen entwickelt, das laut ruft:Vogtio Marita! voglio Marita! 2 aus dem andern ein Policinellohüpft und nach dem Mädchen hascht, andere Policinelli nachfolgenund so lange nach Weibern schreien, bis der Rumpf aus einem ge-wissen anonymen Theile so viele Wesen beiderlei Geschlechts von sichgibt, daß sie die Bühne kaum mehr fassen kann und dann alle über
i An der Nase wirst du geführt wie Puppen, beweglichNur durch Anderer Stränge.
* Ich will einen Mann! Ich will einen Mann!