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die mir zu Ochsenfnrt und Wien nur einmal als Schild vorgekommenist, sonst aber gar oft, namentlich auf Dörfern. Ebenso häufig sinddie Ochsen, ohne zu erwägen, daß sie ihren Gästen damit ein so schlech-tes Compliment machen, als mit Gänsen, wo auf jeden Fall Kühebesser wären, denn diese kann man melken; sie schienen aber mehrnach dem Kopf zu sehen. Naiv, offen und ehrlich wie Präger gehendagegen die Inhaber des Mauselochs und letzten Pfennigs zu Werkein dem guten Prag, das ich Wien weit vorziehe. Der grotcskesteWirthsschild, den ich kenne, ist in der Vorstadt Wörth zu Nürnberg,znr Stadt Amsterdam, zugleich das ungeheuerste Blechwerk, ein Linien-schiff, hinten und vorne eine breite Stadt mit Thürmen und Bastionen,zur Zeit der Kirchwcihe mit Wellen nmranscht, wobei die Kanonender Bastionen vom Schilde mit genug Pulver, aber ohne Kugeln aufden Haufen Herabdonnern.
Groteskkomisch kann man auch die Namen großer Städte überden erbärmlichsten Kneipen nennen; man knin in der Stadt Londonlogiren, ohne nur ein besonderes Zimmer haben zu können; so sinddie Namen berühmter Städte, womit die Zimmer dieser Kneipen oftbezeichnet sind, oft wahre Mäuse- und Katzenlöcher. Das Lieblings-wappen der Wirthe, das man fast in jedem Orte findet, scheint derOchse zu sein, und das Volk nennt den Besitzer nicht Wirth znmOchsen, sondern Ochsenwirth ganz bezeichnend, wie man, wenn dieSau gleiche Ehre genöße, auch Sauwirth sagen würde; Lämmer,Schwäne rc. sind aber darum um kein Haar sänberer, und Adler undRaben verlängnen auch hier ihre Natur nicht.
Gar grotesk und am allcrkomischsten sind für Lacher gerade dierecht ernsten, großen Feierlichkeiten, wo Einer dem Andern durch Wich-tigkeit zu imponiren sucht, und nur bei Wenigen die Mühe im Ge-sicht zu lesen ist, mit der sie die Maske des Ernstes tragen; jedochfallen die Stöße und Schimpfworte weg wegen des Gehens zur rechtenHand, und das Uebrige kann nicht anders sein. Feierliche Maskengibt es überall, nicht bloß im religiösen Italien, und der kommt nichtfort in der Welt, der seine Maske nicht zu tragen weiß oder gar keine vor-nehmen will, im Staats- wie im geselligen Leben; der Biedermann trägtsie, so lange er muß um seiner eigenen Ruhe willen, der Schurke aberimmer, um bei jeder Gelegenheit Schnrke sein zu können, leider selbst imFamilienleben; endlich ist der Biedermann froh, seine Maske verwechselnzu können, wenn er lcbenssait nichts mehr sucht als Ruhe und einfachesDasein, gegen Zimmer- und Schlafmütze oder Ueberrock und Pantoffel.