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ist entweder und zwar in der Regel reine Affektation, oder falsche An-sicht. Diese Delikatesse ist daher nichts weniger als Beweis reinerImagination, oder unbefleckten Herzens und verfeinerter Sitten. Rechtluftige Wesen sind gerade darum in Worten die delikatesten, weilsie sich der undelikatesten Werke bewußt sind; manche Dame hat schonin Gesellschaft über ein freies Buch mitgelästert, und sich solches nochan demselben Abend in ihr Boudoir holen lassen, und sind die ver-schleierten Phrasen in der feinsten Sprache nicht gefährlicher als dieKrosmots? * Man hat in der Minna von Barnhelm über Lessingsgut deutsches Wort Hure geschrieen, selbst Schauspieler wollten esnicht anbringen, und am ärgsten tobten gerade die maskirten Huren.Ueberfcine Dämchen haben über meine „Reisen durch Deutschland" ge-lästert, und ich hätte sagen mögen, wie jener brittische Gelehrte,den man lobte, daß in seinem Wörterbuche gewisse Wörter fehlten:„Also haben Sie doch darnach gesucht?" Wie wird es erst dem armenDemokrit ergehen, der in seinem Berufe handeln und sprechen muß?
Friedrich konnte nicht satt werden über Kaiser Leopolds I. spanisch-gravitätische Worte, als der Leibarzt im dunklen Krankenzimmer nachdem kaiserlichen Puls fühlen wollte, aber etwas ganz Anderes in dieHand bekam: Ilos est membrum nostrum 8. LI. Imxoi'ü Uomanisasro-vaesarsum, ^ zu lachen, und es ist recht gut, daß es lateinischist; die römischen Damen hatten nichts drein zu reden, folglich durftensie auch nicht die Naschen rümpfen, wie unsere Dclikatchcn, die sichdie Stelle übersetzen lassen. Fritze wurde nicht satt, diese Schnurrebei jeder Gelegenheit anzubringen, und wer müßte nicht darüber lachen,wenn er nicht ein Hanswurst ist, der ebenso gut als wir lachenwürde, wenn der Kerl etwas gelernt hätte. Fritze nahm es einemalten General gar nicht übel, der bei des Königs allzulangen Tafeleienund allzu bissigen Witzeleien aufstand: 8iro, tont est granä äaus V.U. zusgu'ü la vsssio, mais inoi j« ins ineurs, b und hinausstürzte,klüger als Tycho Brahe. So bat eine Hofdame Ludwig XVI. durcheinen Dritten, ihr zu erlauben, daß sie doch den verwiesenen MinisterCalonne besuchen dürfe, und der König sagte im Unwillen: gu'sUsaillo so tairs I... Der Bittende erwiderte: Mais, 8irs, o'sst xouroola mSmo. 4 Ludwig mußte nun laut auflachen und ertheilte die er-betene Erlaubniß. Ein Werboffizier zu Paris drückte sich ohne Arges
i Derbe Witzworte. — 2 Dies ist unser römisch kaiserliches geheiligtes Glied. —L Sire, Alles ist groß bei Ew. Majestät, sogar die Blase, aber ich halte es nicht aus. —a Mag sie sich meinethalben von ihm f.... lassen. — Ja gerade deßhalb ist es, Ew.Majestät.