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die die Welt haben kennen lernen, und die MenschleinS darauf vonihren schlimmen Seiten, müßten lebenssatt und gleichgültig in dieGrube steigen, ohne den sonderbaren Wunsch des Helden Achilles:„Lieber ein Bettler unter Lebendigen, als ein König unter Schatten!"Ein guter Mensch, der öfter ruhig an den Tod denkt, an braue Vor-ausgegangene mit Freuden und an Feinde und Schurken mit Ekel,müßte es, meine ich, noch eher können, damit die Hinterlassenen esauch so halten mit ihm. Denker, meine ich, müßten, wenn die Ma-schine stockt, begierig auf die herannahende Enträthselnng lauschen, wieWeikardt, der sich in diesem Momente nach dem Pulse fühlte, und alsArzt die Trennung belauschte und die Stunde, von der es heißt:
Bald erbebt mein ganzes Wesen,
Und der Bote meines Schöpfers kömmt,
Jenes große Räthsel mir zu lösen,
Das so sehr die Sterblichen beklemmt!
Freilich könnte sich Jeder das Räthsel in einer Minute lösen;aber glücklicherweise ist der Selbsterhaltungstrieb, der Schauer vorVernichtung, wie der Schauer vor Gefahren, in denen wir uns selbstoder Andere sehen, selbst bei Hinrichtung des verhaßten Missethätersstärker, als die Räthselgierde, schwarze melancholische Augenblicke ab-gerechnet, wo es gut ist, wenn man nie etwas von Seneca undmuö Oeo gratias, guoä.nslno in vita, toneri xotest, * gehört hat. Esist gut, nichts zu wissen von Hmne's Satz: „Das Leben des Menschenhängt von denselben Gesetzen ab, von denen das Leben der Thiereauch abhängt; das Leben des Menschen ist nicht wichtiger im Ganzen,
als das Leben der Auster, und wenn er das Recht hat, den Nil und
die Donau aus ihren Ufern zu leiten, sollte es ein Verbrechen sein,einige Unzen Blut aus ihrem Kanale zu leiten? Ist die Existenz uns
zur Qual, so laßt uns der Vorsehung für das Gute danken, das wir
genossen und für das Vermögen, dem drohenden Uebel zu entgehen.Warum nicht das Leben wegwerfen, wenn es des Behaltens nichtmehr werth ist und Niemand nützt?" Uebrigens mag die Eiuthei-lung der Aerzte in Sthenisch und Asthenisch bei gespielten Helden-rollen und außerordentlichen Fällen, ersteres bei einem Cäsar undFriedrich, gelten; Napoleon dachte jedoch anders. Nur in Anfällenvon Wahnsinn oder Leidenschaft, von Körper- oder Seelenkraukhcit,von Furcht und Feigheit, ist der Mensch im Stande, sich selbst desLebens zu berauben, denn der Mensch lebt nur ein Mal, und der Natnr-i Danken wir Gott, daß Niemand im Leben festgehalten werden kann.