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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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sperren wollten! Der Tod ist der wahre Friedensfürst, der in demkleinsten Dörfchen eine Domaine besitzt, wo er Jedem ein Plätzchenanweist; der Glücklichste kann nie von Herzen froh sein, wenn ihmder Gedanke des Todes unerträglich ist, wenn er stets nach dem Pulsefühlt, Speichel und Urin beguckt, seine Ssckss protokollirt, oder garvon Lcbendigbcgrabenwerden träumt.

Ein gutes Llbmonto wori waren auch die feierlichen Leichen, solästig die Ceremonien übrigens waren; man kam dadurch auf denGottesacker noch bei Leibesleben, sah in das offene Grab und machteso doch manche nachhaltende Betrachtung. Möser konnte daher dieFrühleichen nicht leiden und verordnete ausdrücklich, daß man ihnNachmittags beerdige,- damit die Leute doch wissen möchten, daß ergestorben sei. Noch recht lebhaft sind mir die Eindrücke aus meinerJugendzeit, wo ich Leichen mit hinaussingen mußte, das dumpfe Rollendes Sarges und der Erdschollen ins Grab, das Gewimmer der Hinter-bliebenen Angehörigen und der Gesang, wenn man sich zum Fort-gehen anschickte:

Nun lassen wir ihn hier schlafenUnd gehen anheim unsre Straßen,

Schicken uns auch mit ganzem Fleiß,

Denn der Tod kommt unS gleicher Weis'.

Ein gar herrliches Nemeuto mori ist die Stätte der Schweigen-den oder der Todtenacker; aber auch ein hübscher gebleichter Menschen-schädel auf der Toilette. So ein leerer Hirnkasten mit abgestoßenerNase und wackelnden Zahnüberresten, gleichviel, ob er einem Freundeoder Unbekannten zugehört Hot, einem Genie oder Dummkopf, einemWohlthäter der Menschen oder einer Geißel derselben, oder einer derMillionen Nullen zwischen beiden, gleichviel, ob er unter den Händenheiliger Salber oder am gerichtlichen Triangel das Zeitliche gesegnethat, müßte Wunder thun, wenn die Macht der Gewohnheit nicht nochstärker wäre. Man denkt zuletzt so wenig dabei, als der Arzt bei seinemganzen Skelette, oder die Nonne bei ihren Reliquien oder ihrem Ro-senkranz ; der Todtengräber gräbt Andern Gruben über Gruben, ohnedaran zu denken, daß er selbst zuletzt in eine fallen muß. Man würdezuletzt das Dasein des Todtenschädels ganz vergessen, wenn nicht schonzu Zeiten eine Maus ihn wieder lebendig gemacht, oder eine neueMagd sich geweigert hatte, Abends das Bett zu machen, daher ich denmeinigcn abschaffte. Aber wer so eine Menschenreliquie in die Händenehmen, darüber philosophircn, nicht empfindsam tändeln, ohne Ekel