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Gottesacker oder Friedhofe, wie ihn die Schweizer nennen, da, wokein Mensch spricht und nur die Blätter der Bäume geistcrartig rau-schen, da kann man mehr lernen, als von hundert Rednern. Aoäitntiomortig gbilosopbia optima sie macht ruhig und zufrieden, standhaftund nachgiebig, denn sie ist die Betrachtung der Hinfälligkeit allerDinge. Anschaulicher als alle Philosophie der Bücher spricht derSarg und das offene Grab, und das Lied: „Hier lieg ich armes Wür-melein!" Selten habe ich auf Reisen da, wo ich weilte, GottcSäckerunbesucht gelassen, und wohl hätte ich die Kapnzinergruft zu Syrakussehen mögen, wo die ehrwürdigen Bäter ausgetrocknet in Nischen stehen,gleich der Todtcnhöhlc der Guanches auf Teneriffa, am liebsten abermit Cook die Ruhestätten der Bewohner der Freundschaftsinseln.
Schon der Blick von einer Höhe erweitert das Gemüth und er-hebt es über das Gemeine im Thal, noch mehr von einem Grabhügelherab. Das Grab löst alle gordischen Knoten, welche die Verzweiflungder Politiker und Philosophen ausmachen, und wer da nicht klügerwird, der ist für alles klebrige verdorben. In der Schule der Schlach-ten lernt man mit offenen Augen sterben, wie Labedoysre, Ney undMürat. Nelson, als er in der Schlacht von Trafalgar den Schußerhielt, da er gerade des Sieges gewiß seinen rechten Arm, oder eigent-lich bloßen Aermel schüttelte (ein Zeichen, weim er vergnügt war),sagte lächelnd zu Hardy: „Endlich haben sie mich;" man trug ihnunter das Verdeck, und sein Auge lächelte und glänzte, so oft die Ma-trosen jauchzten, zum Zeichen, daß wieder ein Schiff gestrichen hatte;Hardy kam, „wie viele Schiffe haben wir?" „Zwölf!" „Nur zwölf?"Die Viktory erhob wieder ein Freudengeschrei, er lächelte wieder undverschied. Ein gewisser Rittmeister meiner Bekanntschaft lag sterbendda, sein älterer Bruder gleichfalls, von dem man ohnehin annahm,daß er fort müsse. Der Rittmeister verbot den Freunden, seinemBruder etwas von der Gefährlichkeit seiner Krankheit zu sagen, undsetzte sterbend hinzu: „Ich möchte ihn gern überraschen; wie wird erAugen machen, wenn er mich schon da oben findet!"
Die ganze Erde ist ein weites, offenes Grab, Loch an Loch; derHomnnvulus schon beginnt, sich ein Loch in die Welt zu machen, dieErwachsenen graben und bohren, und wenn sie sich satt gegraben undausgebohrt haben, so kommen Andere, die dasselbe thun; über unswird fortgebohrt, neben uns fortgegraben, wo wir hinsehen, Loch anLoch. Welcher Egoismus, wenn wir allein uns vor unserem Loche' Nachdenken über den Tod ist die beste Philosophie.