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und daher geloben die Meisten, wenn der alte Ocean zürnet »nd mitseinem Dreizack die Wogen Peitscht, wie Cato, nie mehr zu Wasserdahin zu gehen, wohin sie auch zu Lande kommen können. Damen,die wenig reisen, will ich anrathen, die Zerrbilder des Todes zu zeich-nen, wie jene fleißig Spinnen zeichnete und dadurch das Grauen vorden Spinnen verlor. Manche Zerrbilder sind in der That so komisch,daß man sich über den Tod zu todte lachen möchte, und manche gebenunsern galanten Herren so wenig nach, daß der ganze Unterschied nurin Kleidern und ein bischen Haut und Haaren besteht. Selbst einaltes Familienstück, z. B. ein Ehebett, worin Großvater und Groß-mutter lebten, für Nachkommenschaft sorgten und starben, ein alterGroßvaterstnhl, und noch mehr ein zahnloses, triefäugiges Großmüt-terchen, mit der man Kegel schieben könnte, sind solche Element» rnori.Mir ist jeden Winterabend das verlöschende Licht ein solches dlemento,wobei ich sorge, daß es ohne Gestank verlösche, während in unsererheutigen Welt so Viele sich gar nichts mehr aus dem Gestank zu machenscheinen, mit dem sie abgehen oder verlöschen.
Und wenn mir die Gedanken i Bis ihm die Flamm' gebricht,
Vergehen wie das Licht, Alsdann fein sanft und stille
Das hin und her thut Wanken, Laß, Herr, mich schlafen ein!
Der Hintritt unserer Freunde, vorzüglich unserer Jngendgenossen,ist wohl das allereindrucksvollste Alsmento. Wenn ich hundert Jahrealt werde, so habe ich jetzt gerade die Hälfte des Weges zurückgelegt,und aus dieser Hälfte bereits zwei Dritttheil derer, die mit mir aus-gegangen waren, verloren, und verliere ich auch noch das letzte Drittel,was soll ich allein unter fremden Gestalten und einer mir fremdgewordenen Welt? — Ich sage zu mir, was Cäsar einem seiner altenabgestorbenen Gardisten in langem, grauem Barte sagte, der ihn bat,ihm den Tod zu erlauben: bluno euim vivis? (Glaubst dn denn nochzu leben?) Ich komme in meine Vaterstadt und rufe: „Meine Freundeder Jugend, wo seid ihr?" und das Echo antwortet mir: „Wo seidihr?" Wer das Buch des Lebens ganz dnrchlesen hat, schlägt es gernzu; wer nur einige Seiten davon kennt, ist schwerer fortzubringen.Der Tag des Begräbnisses ist härter, als der Tag des Todes; dennnoch liegt der erblaßte Freund vor einem; man greift die kalte Handund sieht ihn und Alles für einen bösen Traum an; aber ist der Sargzugenagelt, die geliebte Leiche aus den Augen, dann erst fühlt manganz den Verlust; in jenem Falle sind wir, so lange wir nur nocheinen Jugendfreund haben, wenn auch zwei Drittel fort sind; aber