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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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und Pauken; bei seiner Entstehung geht Alles heimlich zu, das Lichtwird ausgelöscht.

Selbst die Natur meint es im letzten Augenblicke noch gut mituns, da, wo sie uns zu verlassen scheint, und halt uns einen breitenSchild vor gegen die Pfeile des Todes; wir werden moralisch frühertodt als physisch, und treten so bewußtlos aus der Welt, als wirhereingetretcn sind. Krankheiten gewöhnen ans Sterben, und vonden Konvulsionen, die den Umstehenden oft so schrecklich sind, weiß inder Regel der Sterbende am wenigsten, und bei den wenigen, die beiVerstände sterben, ist die Hoffnung des Lebens größer als der Ver-stand; wenn auch Alles um sie weint, der Arzt sie verläßt und man siebittet, das Letzte nicht zu vergessen, so verläßt sie allein die Hoffnungnicht. Heftiger Körperschmerz hindert den Seelenschmerz, und dahertrennen wir uns leichter von unsern Lieben und Allem, was uns hie-nieden werth ist, durch Krankheit und das Hinschwinden unserer Kraft.Ans diesem Grunde scheint mir die Sitte der Südseeinsulaner, sichbei dem Tode der Ihrigen mit Seehundszähnen zu verwunden, her-vorgegangen zu sein. Der Geist blitzt noch einmal auf, wie das ster-bende Licht, und selbst Don Quixote sieht in seinen letzten Augenblickenso hell, daß er die ganze irrende Ritterschaft als Narrheit, und sichals Narren erkennt. Sterben scheint mir in der Regel die letzte süßeEmpfindung des Lebens zu sein, und gar viele Sterbende habensogar angenehme Ideen und Gefühle; daher das Lächeln, dasTheologen oft so komisch gedeutet haben. Die Theologen sind es, diesich am allerschlechtesten mit dem Tode familiarisiren. In den letztenAugenblicken kann man es nicht, es muß in gesunden Tagen geschehen.Zu gesunden Tagen muß man sich zurufen und singen:

Weil nichts gewisser ist denn Sterben,

Und bald vielleicht die Reih' an mir,

So will ich mich bei Zeit bewerben,

Um ein recht selig Sterben hier.

Ich will eh'r sterben, eh' ich sterb,

Daß ich im Tode nicht Verderb.

Die Vorwelt starb — nach wenig JahrenSind wir auch nicht mehr hier;

Die Nachwelt spricht: sie waren!

Und stirbt — wie wir.

Schön ist die Weisheit im Leben, aber noch schöner im Tode,männlich und erhaben, wer ohne Seufzer, einen lächelnden Hoffnungs-,Demokritos. XII. 17