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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Wenn wir das Leben weder zu sehr lieben, noch zu sehr hassen,so haben wir die glückliche Stimmung, in der uns das Leben schätz-bar ist, und der Tod nicht schrecket:

-mortis lsrroi'6 esrentem,

Hui spatium vitne extremum iuter ruuuerL xouat^alurae. ^ — ./r/r).

Glücklich ist die Stimmung, mit der Aorik den anklopfenden Schlafes-bruder so unbefangen und so munter sich herein zn bemühen bittet,daß derselbe ganz verwirrt zn zweifeln anfängt, ob auch sein Auftragdiesem Munteren, unbefangenen Sterblichen gelte, dem munteren Sterb-lichen, der jedem Zuge, den Freund Hain anführt, cntgegentrillert:

O sängen doch an meiner Thür' Und trugen mich, und folgten mirSie laut: Ich hab mein Sach rc. In langer Reihe nach!

Der Trost der Ninon, die doch gewiß zu leben wußte, war imletzten Augenblicke: Ich lasse nichts als Sterbende zurück! JedenTag sterben wenigstens IM,000 Menschen, jede Sekunde nimmt einMenschenleben mit sich, Millionen sind vor uns dahingegangen undMillionen werden nachfolgen. Wir sind Theilchen des Ganzen, wieSekunden Theilchen der Zeit, und wir wollten uns beschweren, wiesie zu verschwinden? Tod und Leben sei gleichviel, meinte Thales.„Aber warum stirbst du nicht?" entgegnete man ihm: „Weil lebengleichviel ist," meinte der Philosoph. Die ganze Erde ist ein weitesGrab, und aller Staub war einst lebendig; täglich stören die Schaufelund der Pflug die Ruhe des Staubes unserer Vorfahren, und aufMenschenmvder wächst unser tägliches Brod desto reichlicher, je reicherder Dünger war, wie die Pflaumen des Schulmeisters auf dem Got-tesacker.

Omnss una manet voxLt enloanäa semsl via leti! ^

Das Glück schützt nur provisorisch gegen die Hudeleien des Lebens,Vater Hain aber peremtorisch und definitiv; das Leben ist eine Krank-heit, der Schlaf ein Palliativ, der Tod die Radicalkur.

Wie sie so sanft ruhen, die Todten im Grabe! Leise lispelt derNachtthau durch Blumen und die Luft durch die Thränenweiden, dieaus der Verwesung leben; mild blicken Mond und Sterne herab auf

i ...Solch ein Geist, der des Todes Schrecken nicht kennet,

Welcher die letzte Spanne des Lebens nur als ein Geschenk nochAnsieht, das die Natur ihm gewährt.

2 Eine Nacht wartet auf Alle.

Einmal muß man den Todespfad wandeln.