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schcn Christen sind bekanntlich da die trefflichsten Reiter, hören dieMesse zu Pferde, und wenn sie sterben und nach der oft zwanzig Stunden weit entfernten Kirche gebracht werden sollen, so werden sie anfein Pferd gesetzt, festgebunden an ein Andreaskreuz, und so reiten sienoch als Todte zu ihrem Kirchhofe, eine Reiterei, die sich gewiß schließ-lich jeder Kavalerist wünschen muß, dein die langsamen Träger unddie noch langsameren Ochsenfuhren ein Gräuel sind.
Lieber Tod, du einziger Ausgleichcr der Menschen, erscheine mir,wenn du willst, hindern kann ich's ja nicht, aber ich hoffe, meinenFrohsinn zu bewahren und dich mit der nämlichen Politesse zu em-pfangen, mit der ich Anstandsbesnche anzunehmen pflege, wenn sie michauch langweilen. Dein großbrittisches 17ou mnst, 8ir! ^ ist meinenOhren nicht fremd, und Alle kommen bei deinem Tanz an die Reihe,wie mich Halbem gelehrt hat. Ich weiß, daß du auch rasche Ueber-fälle liebst und kommst wie der Dieb in der Nacht. Ist mein Tagdahin und diese Nacht gekommen, die dem neuen Morgen vorangehensoll, so laß sie mir sein, wie die Sommernacht, kühl und lieblich, wodie Abenddämmerung nur in die Morgendämmerung zerfließt, und wiedie Abendröthe vor meinen Augen, die die Morgenröthe ist für dieandere Hälfte der Erde.
Lieber Hain, ich habe zwar mehr als ein Mal in der Litanei singenund beten müssen:
Vor einem bösen schnellen TodBehüt uns lieber Herre Gott!
aber da ich nicht in Sünden dahiuzufahren gedenke, nicht einsehe,warum an mir ein Strafexempel statuirt werden sollte, und von derBuße wenig halte, die aus Furcht vor dir geschieht, so erscheine mir,wenn du mich durchaus haben willst, erscheine mir, wo möglich imDonnerwetter mit Hagel und Blitz, Knall und Fall I Cäsar wünschtesich diesen Tod, litt ihn aber nicht. Vespasiau hielt es für schicklich,stehend zu sterben als Imperator; ich als Scriptor fände es nicht un-schicklich, allenfalls sitzend am Schreibtische, mit der Feder in derHand, wie Petrarca oder wie Leibnitz, der sich Feder und Papier iu'sBett bringen ließ, etwas schrieb, es gegen das Licht hielt, und da eres nicht mehr lesen konnte, sein Haupt auf die Seite legte und ver-schied, oder auch, wie einer meiner Freunde, halb liegend auf demCanaps, die Pfeife im Munde, mitten unter Freunden, dir nachzu-i Ihr müßt, Herr.
Demokritos. xii.
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