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Wir kenne» reiche Grabmäler, z. B. im nördlichen Asien, die ambesten die Vergänglichkeit aller Dinge und die Thorheit getrimmterUnsterblichkeit predigen, denn sie deuten auf Völker, die vor der Ge-schichte lebten, auf ganze Nationen, Könige und Individuen, derenNamen wir nicht einmal wissen. Man fand Goldplatten und kost-bares Geschmeide darin, was der spätern Nachkommenschaft zu gutekam, die Gleiches zu thun wohl bleiben läßt; aber Herodot hat unsdie Grabschrist der Scmiramis aufbewahrt, die ganz hieher gehört:„Welcher Fürst Geld braucht, öffne dieses Grab und nehme." Darmsöffnete es und fand, statt Gold, die Worte: „Wärest du kein Böse-wicht und unersättlicher Geizhals, so würdest du die Asche der Todtenruhen lasten!"
Unsere ältern Gelehrten haben sich mit den Grabschriften derGriechen und Römer mehr als zuviel beschäftigt, deren Gräber mitInschriften bedeckt sind, wie die Felsengräber der Araber. Lykurgwollte nur den Kriegern, und denen, die ihnen gleich auf dem Betteder Ehre gestorben sind, den Mütter», Grabschriften verstatten, aberdie Athener waren desto freigebiger, und selbst Plato erlaubte vierhistorische Verse. Wer kennt nicht das 8ta Viator! ' auf den Grä-bern der Römer? Man hat darüber gelacht, daß wir es nachahmten,da wir unsere Todten nicht an den Landstraßen begraben, wenigstensnicht solche, die in dem Herrn gestorben sind: aber sind wir in einemandern Sinne nicht alle Wanderer hienieden ohne bleibende Stätte?Wäre nicht eine der schönsten Grabschriften: l?uiinu8 Lross? ^ Etwasungemein Gemüthliches haben die kurzen Grabschriften der Griechen,die man häufig findet: ü-svr-; Leontis lebe wohl.
Die Römer scheinen vorzugsweise die Sitte der Grabschriften ge-liebt und geübt zu haben; gar viele sorgten noch selbst bei ihren Leb-zeiten ängstlich dafür, und fertigten sich solche selbst, daher das häufige8. §. A.» Unsere alten Gelehrten sammelten diese Inschriften inganzen Folianten, und wenn sie auch dabei offenbar zu weit gingen,so scheinen doch diese Sammlungen das Gute gehabt zu haben, daßdie Grabschriften der Neuern mit mehr Geschmack, Einfachheit undKürze gefaßt wurden. Wir hätten auch dabei die Ehrlichkeit der Altennachahmen sollen; die Buhlerinnen Rhodope und Phryne bekanntenfich selbst noch aus ihrem Grabe heraus zu ihrem Gewerbe, und Archi-medes ließ nichts auf sein Grab setzen, als einen Cylinder mit einer
. Stehe, Wanderer. — 2 Wir waren einst Troer. — 2 gua feoit mauu, er hat cKrelbst geschrieen.