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Aehnliche Grabschristen im Geiste der Zeit sah ich auch in demaus größere Geisteskultur stolzen Norden, wovon ich zwei anführenwill, die noch jünger sind als jene zu Baden. Zu Salzwedel in derAltmark die eines Postmeisters:

Eile nicht Wandersmann, als auf der Post,

Auch die geschwindeste Post erfordert Verzugim P o st h a u s e.

Hier ruhen die G> beirre des Herrn N. N.

Postmeisters zu S . .

Er kam 1S5S als Fremdling hier an,ward durch die heilige Taufe eingeschriebenin die Postkarte des himmlischen Canaans,reiste durch Schulen und Akademienmit löblichem Verzüge,

verwaltet sein Postamt als Christenamt,und richtete sich bei U n g l ü ck s p o st e nnach dem göttlichen Trostbrief,bei der Todespost machte er sich fertig und reiste1711

hinauf in das Paradies.

Denke, Leser, bei deiner Wallfahrtstets an die prophetische TodespostJesaias XXXVIll. 1.

Und noch neuer ist das Trauerdenkmal einer Kaufmannsfrau zu Pots-dam 1762. Ein Knabe überreicht hier einem Weibe einen Brief:„L Madame Dickers im Grüuthal L Potsdam", und dieses hat einBlatt mit folgendem Wechsel:

Golgatha am allgemeinen Erlösungstage.

Auf diesen meinen Solawechsel, dessen Valuta ich anFrömmigkeit und ehelicher Treue erhalten, zahlet sogleichnach deinem Absterben die ewige Seligkeitdein Heiland

Jesus Christ.

So ließ sich ein Fuhrmann seinen Lastwagen mit vier Pferdenauf's Grab hauen; der Selige selbst sitzt auf seinem großen Sattel-gaul, in ausgestreckter Rechten die Peitsche und darunter die ihn stetsrührende Stelle des alten Kirchenliedes:

So fahr ich hin zu Jesu Christ,

Den Arm thu' ich ausstrecken!

Die Notariatsklausel: „Für mich und meine Erben" ist in Con-tracten gar häufig umgangen worden; aber welcher Erbe würde der