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Erblasserin zu Lichtenan zwischen Elbing und Marienbnrg nicht herz-lich gerne gehorchen, wenn es nur anginge? Auf ihrem Grabsteinestehen die Worte: „Hier ruht Frau Katharina Krause vor sich undihre Erben!"
Auf dem Grabsteine meines Urgroßvaters, der Pfarrer zu Belsen-berg, sodann elf Jahre Hofprediger und Superintendent zu Langen-burg, und dann 28 Jahre wieder Dorfpfarrer zu Döttingen war, wo-selbst er 1720 starb, steht am Schluß: „Sein fataler Lebenslaufsteht in dem selbst erwählten Leichentext Psalm 116. V. 10. Ichglaube, darum rede ich, werde aber sehr geplagt!" Mein lieber Ur-großvater mag vergessen haben, daß die Propheten nur im alten Testa-mente reden durften, was sie glaubten, aber schon im neuen Testa-mente übel genug wegkamen. Nie noch nützte Eifer mit Unverstand,und darum lacht sein Urenkel lieber, ist aber doch nicht gewiß, ob ernicht etwas vom Urgroßvater geerbt habe.
Witziger sind die Grabschriften der Neuern, aber leider mehr Em-pfindungen des Witzes, als wirkliche Grabschriften, denn die Wahrheitder Alten liebt ein feineres Zeitalter nicht, übet aber dafür das: äoinortais nil nisi denk, l am liebsten auf Grabschriften. Der Witz ge-fiel sich vorzüglich in Grabschriften auf Weiber, Liebende, Trinkerund Fresser sc., und unser alter Dichter Hofmannswaldau fertigte103 poetische Grabschriften, worunter die witzigste die auf eineFliege ist:
In einer Buttermilch verlor ich Geist und Leben,
Ein zarter Weiberbauch hat mir das Grab gegeben.
Sei nicht Dvmitian, vergönne mir die Nuh,
Und schließ in meiner Gruft die Vorderthüre zir.
neben der die gleichfalls alten Grabschriften auf einen Schulmeister,Pfarrer, Edelmann und Grobian wetteifern mögen:
Hier liegt Schullehrer N- im grünen Gras,
Der so gern Blutwurst und Sauerkraut aß,
Er lehrte die Knaben das ABC,
Gott sei ihm gnädig! Er kommt nit msh!
Hier ruht der Pfarrer Simeon,
Das Uebrige? — Ihr wißt es schon!
Ach! Ach! Ach!
Hier liegt der Herr von Eselsbach,
Gestorben am Bauchweh.
Au weh! Au weh! Au weh!
t Von Todten sprich nur Gates.