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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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man verlangen, daß man von einem ausgemachten Schurken sage:„er war ein rechtschaffener Mann?"

Grabsteine und Denkmäler sind etwas Menschliches, etwas Heili-ges, nud daher verdrießt es mich, wenn sie mißhandelt werden. Aufdem Lande schützt manchen Grabstein das Moos gegen Sturm undWetter und gegen die Schuhnägel der lieben Dorsjugend, die sich aufGräbern tummelt; in Kirchen aber haben sich's die Todten selbst zu-zuschreiben, wenn ihre Denkmäler verlöschen, warum haben sich solchelegen und nicht stellen lassen. Es verdrießt mich, wenn aufge-blasene, nngemüthliche Cadis befehlen, alte, noch leserliche Grabsteinezu zerschlagen, und sie zu Staffelstcinen, Grundsteinen oder Tischplattenverwenden lassen; würde es ihnen gefallen, wenn man das an ihrenGrabsteinen oder an denen ihrer Ahnen thun würde? Alle Grabsteinehaben etwas Gemüthliches, Ehrwürdiges, Rührendes und Heiliges,wie Gräber; sie können die Lebenden zu gleichen Thaten aufmuntern,und französische Soldaten wetzten ihre Säbel an dem Monument desMarschalls von Sachsen in der Thomaskirche zu Straßburg, dasauch mehr anspricht, als das wichtige Grabmal in St. Gsnevmvre desCardinals Rochefoucauld dem ein Engel die Schleppe trägt. Michwundert, daß man den Engel nicht in Livree steckte. Die einfachstedeutsche Grabschrist war bisher: „Er lebte, nahm ein Weib und starb;"den Mittelsatz kann man jetzt bei Vielen weglassen: er lebte und starb;und es ist oft so besser.

Aber hinter ihnen allen, Gold, Marmor oder Stein, ist Fäulniß,Staub und Asche. „Ein Tuch in's Grab, damit schab ab," ist dasVernünftigste, und der ökonomische Joseph wollte nicht einmal das,nicht einmal mehr einen Sarg, sondern nur einen Sack mitgeben.Nach einigen Jahrhunderten interessirt nicht leicht ein Grabstein mehr,wenn er sich auch so lange gehalten hat; die Zeit begräbt die In-schriften oft noch früher, wenn auch nicht den Grabstein, und wassind zwei Jahrhunderte? Die schönsten Grabmäler sind nur halbschön — somixulvlira. Ein Britte wählte sich die muntere Grab-schrift, die auch von Gay ist:

I^its 18 a ^est unä all tkiliFS skovf it;

It tliouxlit so onee, but no^v I knorv it. *

t Das Leben ist ein Scherz, denn Alles lehrt uns dies;

So glaubte ich einst nur, jetzt weiß ich es gewiß.