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Die Deutsche Revolution : Geschichte der Deutschen Bewegung von 1848 und 1849 / von Wilhelm Blos ; illustrirt von Otto E. Lau
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Der deutsche Bund.

Der große Kampf zwischen der französischen Revolution und denreaktionären Gewalten ging 1815 zu Ende, nachdem er nahezu einVierteljahrhundert Europa mit Waffenlärm und Verwüstung erfüllt hatte,Napoleon, der entartete Sohn und glückliche Erbe der großen Revolution,hatte die von ihr entfesselten Kräfte seinem Militärdespotismus dienstbargemacht und zu einer unersättlichen Eroberungspolitik mißbraucht. Diesbrachte endlich ganz Europa zumal gegen Frankreich in Waffen. DerKaiser der Franzosen, bei Leipzig besiegt und von Elba wiedergekehrt,unterlag bei Waterloo zum zweiten Mal. Während er auf St. Helenalebendig begraben ward, gingen die verbündeten Mächte aus Werk,Europa abermals eine neue Gestalt zu geben und die von der Revolutionbewirkten Veränderungen, so weit dies möglich, wieder zu beseitigen.

Das deutsche Volk war zum größten Theil mit außerordentlicherBegeisterung in den Kampf gezogen und hatte willig die schmerzlichstenOpfer an Gut und Blut gebracht. Das kam daher, daß ihm großartigeVerheißungen gemacht worden waren. Man nannte den Krieg einenFreiheitskrieg; die bekannte Proklamation des Königs von Preußen vom17. März 1813 hatteFreiheit und die Berechtigung allerStände, in Staatsangelegenheiten eine Stimme zu haben,"verheißen; die Wiedergeburt Deutschlands war in der russisch-preußischen Erklärung von Kalisch in Aussicht gestellt und selbst der Zar-Alexander I., die Seele des großen Bundes gegen das revolutionäreund napoleonische Frankreich, hatte sich mit liberalen Ideen gebrüstetund hatte unzählige Male vonFreiheit" undVaterland" gesprochen.Der gute deutsche Patriot hat bekanntlich immer für dieFreiheit" ammeisten geschwärmt, die ihm von Oben herab verheißen wurde und diegewöhnlich etwas absonderlich aussah. Die russische Liebe zum deutschenVaterland war damals in der That außerordentlich groß, so groß, daßder gütige Alexander am liebsten ein Stück von diesem Vaterland fürsich behalten hätte.