327
Masse in das Gebäude; es wurde ein Thor gesprengt und in breitemStrom ergoß sich das Volk in die ganzen unteren Räume.
Es war schon Nacht und man hatte Fackeln angezündet; Handwerkerund Studenten betrugen etwa 200 Mann; auch aus dem Volke hattensich Viele verlaufen. Die Gefahr eines furchtbaren und blutigen Zusammen-stoßes stieg wiederum herauf und ein solcher war fast unvermeidlich, wenndas Volk in die oberen Räume drang, welche das Militär besetzt hielt.Da übernahm es Techow, den Hauptmann von Natzmer zum Abzug zubewegen; Andere unterstützten ihn dabei. Er hat nicht, wie es hieß, dem
I. D. H, Temme.
Hauptmann eine „falsche Ordre" gebracht; wohl aber wendete man eineArt Kriegslist an, indem Jemand dem Hauptmann sagte, in Potsdamsei eine Revolution ausgebrochen und der König sei geflohen. Auch dieZustände in Berlin wurden ihm so geschildert, als ob für die RegierungAlles verloren sei. Das Zureden Techow's bewog den HauptmannNatzmer, abzuziehen und so ein Blutbad zu verhüten. Natzmer machteeinen verzweiflungsvollen Kampf zwischen seinem Gewissen und seinemmilitärischen Pflichtgefühl durch; endlich gab er zu, daß der Abzug desMilitärs zum Fenster hinaus verkündigt wurde, und dann zog er ab.
Nun stürzte sich das Volk begierig auf die Waffenvorräthe. Eslagen in dem Zeughause viele neue Gewehre; darunter auch eine große