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Arbeitern die verhältnißmäßig geringe Summe*) nicht, die in einer Zeitder augenblicklichen Noth verwendet wurde, um dem Elend der Masseneinigermaßen zu steuern. Die Kapitalisten, die von der Aneignung desErtrages fremder Arbeit lebten, behaupteten, diese Werkstätten seien einePflanzstätte des Müssiggangs, und die Unternehmer fürchteten, wenn derStaat die Arbeitslosen beschäftige, so könnten sie die Löhne nicht mehrdrücken. Die ganze industrielle Bourgeoisie schloß sich gegen die National-werkstätten zusammen und man suchte den Absatz der dort gefertigtenWaaren zu hindern; die Unternehmer und Großkaufleute verkauften zuSchleuderpreisen, um zu bewirken, daß die Produkte der National-werkstätten liegen blieben, und dann schrieen sie über die hohen Zuschüsse,die der Staat an die Werkstätten leisten mußte. In der That gelang esauch, die Bourgeois in der Nationalversammlung gegen die Werkstättenzu fanatisiren, und diese letzteren hatten sonach den Zweck erfüllt, den die„honette" Regierung mit ihnen verfolgte, nämlich den Sozialismus inVerruf zu bringen. Am 15. Juni schrie der Bourgeois-RepublikanerGoudchaux in der Nationalversammlung: „Die Nationalwerkstätten müssenunverzüglich verschwinden!" Die Mehrheit jubelte ihm zu, trotzdemder Minister Trslat dringend vor Uebereilung warnte. Umsonst richtetendie Arbeiter eine Eingabe an Goudchaux, worin sie fragten, was denneigentlich aus ihnen werden solle, wenn die Werkstätten geschlossen würden.Schon Anfangs Juni war man mit vorbereitenden Maßregeln gegen dieWerkstätten vorgegangen und hatte Truppen nach Paris gezogen; am21. Juni erschien ein Dekret des Arbeitsministers auf Befehl der Exekutiv-kommission, nach welchem die Arbeiter in die Armee eintreten oder sichbereit halten sollten, in die Provinz befördert zu werden, wo man ihnenErd arbeiten in Akkord zuweisen wollte.
In diesem Verfahren zeigt sich die geistige Armuth des Bourgeois-Liberalismus ganz unverhüllt. Erst schufen diese politischen Kretins zurBeseitigung des Massenelends eine ungenügende und wurzelfaule Ein-richtung, und als die von ihnen selbst herbeigeführte und unvermeidlicheKalamität in dem Betrieb der Nationalwerkstätten eintrat, schafften siedas Ganze schleunigst wieder ab. So verschlimmerten sie nur dieKatastrophe, welcher die Nationalwerkstätten hatten vorbeugen sollen.
Die Arbeiter wollten natürlich nicht in die Provinz abreisen, nochsich ins Militär stecken lassen, denn sie begriffen, daß dies nur Umwegewaren, die unter das alte kapitalistische Joch zurückführten. Noch einmal
*) Bis zum 24. Mai wurden für die Nationalwerkstätten etwa 8 MillionenFrancs verausgabt.