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machten sie einen Versuch zur Verständigung. Eine Deputation verlangtevon dem Bourgeois-Republikaner Marie, der in der Regierung saß, dieZurücknahme des Dekrets vorn 21. Juni. Marie entgegnete brutal, wenndie Arbeiter nicht abreisen wollten, so würde man sie dazu zwingen.
Die Masse der Arbeiter gerieth in Zorn, als man so brüsk dieVersprechungen brach, die man ihnen im Februar gemacht hatte, undals der Klassenstaat sich anschickte, ihnen statt des Brotes einen Steinzu reichen. Am 23. Juni brach darum der Aufstand los, der unter demNamen der Junischlacht in der Geschichte bekannt ist. In wenigen
Eugen Cavaignac.
Stunden war Paris mit einem Barrikadennetz bedeckt, das sich weithinauf beiden Ufern der Seine erstreckte und den Bastilleplatz, die Vor-städte Saint Martin, du Temple, Samt Antoine, Poissonnisre, SamtJacques, die Cit6 und das Pantheon in seinen Bereich gezogen hatte.Wohl 40 000 Proletarier standen schließlich bewaffnet hinter den Barri-kaden und schlugen diese erste große Schlacht der Verzweiflung gegendie Bourgeoisie. Sie hatten keinen obersten Führer und auch keinenanderen Schlachtplan, als den, die Barrikaden in den dichtbevölkertenStadttheilen auszuwerfen. Rothe Fahnen flatterten auf den Barrikaden,auf denen man den alten Wahrspruch der Lyoner Weber: „Arbeitendleben oder kämpfend sterben!" angeschrieben sah. ^