Vorwort.
Oür die gesammten europäischen Verhältnisse ist der An-fang des siebzehnten Jahrhunderts eine Zeit bedeutsamsterUmgestaltung. Die gewaltige spanische Monarchie, die längerals ein Säculum Europa beherrscht und mit dem Schreck-bilde der Universalmonarchie bedroht hatte, begann sich ihremUntergänge zuzuneigen. Während sie äußerlich ihre alte Stel-lung durch eine starke Militärmacht, durch ihre stolze Spracheund die Weite ihrer Ansprüche aufrecht zu erhalten suchte:war sie doch innerlich schon in Verfall begriffen. Ihre Hilfs-quellen begannen zu versiegen; der niederländische Krieg hattenicht wenig zu deren Erschöpfung beigetragen; gerade dieAusdehnung der spanischen Herrschaft und Politik trocknetesie vollends aus. Recht im Gegensatz dazu erhob sich ausder bluligen Zerrüttung der religiösen Bürgerkriege Frank-reich unter der Leitung eines scharfblickenden und umsichtigenKönigs. Noch gelingt es ihm freilich nicht, eine UeberlegenheitFrankreichs über Spanien herzustellen. Aber durch eine klugeund bei aller Zurückhaltung energische Politik weiß er Frank-reich aus seiner untergeordneten Stellung heraus dem un-geheuren spanischen Reiche gleich zu ordnen. Noch mehr.Er legt durch mannichsache Allianzen, durch Begünstigung der