Band 
Erster Theil.
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Einleitung.

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den gänzlichen Verfall jeder nützlichen Thätigkeit? Die Felder lagenwüst, die Fabrikation hörte auf, die Genüssen und Lombarden be-sorgten den Geldverkehr, der Handel befand sich in den Händen derFranzosen; in den spanischen Häfen verschwand die heimische Flaggeimmer mehr vor der englischen und holländischen?) Spanien, frühereines der fruchtbarsten Länder Europas) mußte nunmehr jährlich650,000 Fanegas Weizen aus dem Auslande beziehen. Im Handelaber kam es schließlich so weit, daß die Fremden von den Geschäftenin Spanien selbst fünf Sechstheile und von denen in Indien neunZehntel besorgten?)

So waren Gewerbe und Handel künstlich geschwächt, der Ackerbauhierdurch sowie durch die Anhäufung von Gütern in der todten Handstark vermindert, die arbeitenden Klassen durch Abgaben erdrückt, dieganze Bevölkerung mit Steuern und Schulden überladen, dasStaatseinkommen theils verpfändet, theils für unnütze Unterneh-mungen, fremde Provinzen und auswärtige Kriege bestimmt, derCharakter der Nation durch geistige und politische Knechtschaft ent-nervt, verwildert und verdummt, der Ehrgeiz auf falsche Bahnengelenkt: ist es bei solchen Zuständen zu verwundern, wenn Spanienvon dem ersten Range in der Christenheit mit reißender Schnellig-keit unter alle zivilisirten Völker hinabsank? Wenn es ein Jahr-hundert nach Karl V. nur noch der Schatten einer Macht war?Wenn es schon im Beginne des siebzehnten Jahrhunderts zum Ge-spött der Fremden geworden, die es besuchten?'') Wenn auf denTrümmern eines ehemals großen Volkes nichts aufrecht blieb, alsdie finstere Gewalt einer fanatischen Geistlichkeit?

Die Bevölkerung nahm in Folge dessen stark ab; sie war, wieschon erwähnt,^) unter Philipp II. im eigentlichen Spanien von

Nonenäa, 108; Olloa, II. 56 lk.

2) §r. Lornnro, 40.

2) Nonog-än, 21.

0 IViuvooä, Nein. II., xnssiin.

°) S. 16; vgl. noch Oainxnnslln 252 I. und Nonenän 8. 45 L