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Zweites Kapitel.
wahren Absichten zu täuschen, eifrig fort. Er schrieb an den Gou-verneur von Lyon, die Ergebnisse seiner Reise nach Frankreich er-füllten ihn mit immer größerer Freude, und er werde demnächstden pariser Vertrag ausführen; Aehnliches schrieb er an Heinrich selbst.Mit Herrn v. Berni, dem französischen Gesandten in Turin, hatteder Herzog häufige vertraute Unterredungen, und täglich fandenRathssitzungen statt, uni angeblich schlüssig über jenen Vertrag zuwerden. Dann bot er wieder Heinrich IV. ein Bündniß gegenSpanien an und ließ ihm melden, daß, wenn er — der Herzog —noch mit der Vertragsausführung zögere, dies nur darum geschehe,um die Summen, die ihm von den Spaniern versprochen seien, erstwirklich zu erhalten.')
Wenn Karl Emanuel so durch alle Künste einer unskrupulösenDiplomatie sich bemühte, Zeit zu gewinnen, so geschah dies, um fürsich und auch für die Spanier die Möglichkeit zum Rüsten zuerlangen. Des Herzogs Abgesandter in Spanien nämlich, Belli,machte ihm die besten Hoffnungen auf eine thätige Unterstützungvon Seiten dieses Staates; der Herzog möge nur zusehen, dieSache möglichst hinauszuschieben, denn vor dem August könne derGraf Fuentes, der mit Geld und Truppen nach Mailand gesandtwerde, dort nicht ankommen. Schon die Wahl dieses Mannes schiendem Herzoge das Beste zu versprechen, denn Fuentes war der vor-züglichste General Spanien's und zugleich ein fanatischer Katholikund Patriot, der nichts sehnlicher wünschte, als die Besiegung Frank-reichs und besonders den Untergang des Ketzers Heinrich. Dochverließ der Herzog sich nicht ausschließlich auf die Spanier, sondernfetzte auch seine eigenen Vorbereitungen eifrig fort. Besonders suchteer dem französischen Könige im Innern seines Reiches zu schaffenzu machen und blieb deshalb durch einen gewissen La Fin, einenVerwandten des Marschalls Biron, in beständiger Verbindung mit
i) 8im. Oontarim, 246. — Nattlrisa, I. 247 ö. 265 H.. — äs 4'Nou,1. 123, V. 891.