Band 
Erster Theil.
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Französisch-savoyischer Krieg.

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dem Letzteren. Diesen hatte er in den höchsten Zorn gegen denKönig gesetzt, indem er ihm berichten ließ, wie Heinrich einst, alsder Herzog den Marschall Biron und dessen Vater gewaltig gelobt,ärgerlich ausgerufen habe: „Ich habe mehr Mühe gehabt, den Hoch-muth und die Rohheit der beiden Biron, Vater und Sohn, zuzügeln, als ich Nutzen von denselben gezogen."') Biron gewanndann noch mehrere andere vornehme Herreu, um im entscheidendenAugenblicke einen Ausstand in Frankreich hervorzurufen, welcher demHerzoge den Sieg im Kriege sichern mußte. Die Spanier, sorechnete man, würden von der Franche-Comte aus Biron, der jaGouverneur von Burgund war, unterstützen. Inzwischen gingendie Rüstungen in Savoyen selbst unausgesetzt vor sich.

König Heinrich ertrug alle diese Dinge mit großer Geduld,denn einmal glaubte er wirklich, der Herzog werde schließlich, wennder festgesetzte Termin gekommen, nachgeben, und zweitens war erweit davon entfernt, den Krieg zu wünschen,-) dessen Ausgang immer-hin ein zweifelhafter war. Zwar konnte der bekannte CharakterPhilipp's III. sowie der nicht minder bekannte Wunsch Lerma's, denFrieden zu bewahren, damit nicht Andere znr Bedeutung gelangten,und damit das Geld Spanien's nicht durch den Krieg ihm undseinen Freunden entzogen werde, ferner die soeben bei Nieuwporterfolgte Niederlage des Erzherzogs Albrecht eine gewisse Bürgschaftdafür geben, daß Spanien sich nicht sogleich am Kampfe betheiligenwerde; aber noch sicherer war es, daß Spanien schließlich die Be-drohung seines beständig vorwärtsschreitenden Supremats in Italiennicht ruhig mit ansehen konnte. Und selbst in dem unwahrschein-lichen Falle, daß Spanien sich gänzlich vom Kriege fern haltenwürde, mußte es, wenn der Krieg sich in die Länge zog, durch diegegenseitige Schwächung Frankreich's und Savoyen's jedenfalls Vor-theil aus demselben erlangen. Diese Erwägungen ließen Heinrich den

>) Ouxlelx, Uigt. äe Henry le 6rauä, 273.

2) U8. Dep. Tassis' v. 10. Juni 1600; Arch. v. Sim. L 1603-