Zweites Kapitel.
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Ende November kam der König mit Rosny nach Chain bcry,und nun wurden die Verhandlungen etwas lebhafter. Um sie zubeschleunigen, wurden jetzt nur Jeannin und Brulart zu französischenBevollmächtigten ernannt.') Zuerst nun boten die savoyischen Ge-sandten dem Könige die Markgrafschaft Saluzzo und die vier fran-zösischen Plätze, welche der Herzog noch inne hatte; st aber Heinrichverlangte dazu die Kriegskosten, die er auf 800,000 Ecus — nachjetzigem Geldwerthe etwa 5'st Mill. Thaler — berechnete, „denn",sagte er, „ich will nicht, daß mir ein Leichnam ausgeliefert werde."Mit Recht wiesen die Savoyer diese Forderung zurück, denn 800,000Ecus aufzubringen, war jetzt für ihren Herzog eine reine Unmöglich-keit. Der Legat brachte also wieder den Tausch mit der Bressevor, und so kam man überein, daß Saluzzo und die vier fran-zösischen Plätze dem Herzoge, dafür aber die Bresse, Bugey, Val-romey und Gex dem Könige zufallen sollten. Karl Emanuel solltenoch 100,000 Ecus bezahlen, Heinrich dann Savoyen mit allenseinen Festungen an den Herzog zurückgeben. — So weit war manendlich gekommen, als ein unerwartetes Ereigniß Plötzlich Alles wie-der über den Haufen zu werfen drohte.
Die französischen Bevollmächtigten st hatten nämlich im Ver-laufe der Verhandlungen dem Legaten das Versprechen gegeben,daß das Fort St. Catherine, welches der Herzog gegen die Genfererbaut hatte, nicht geschleift werden sollte. Aber Heinrich, der, imGegensatze zum Papst und Spanien, die Genfer gegen Savoyenschützte, wollte die Bedingung nicht anerkennen und ließ in einerNacht heimlich durch Sully und die Genfer das Fort völlig zer-stören.
') N8. .lonrnal äu voxgKS än liox en Iss villes äs I^on st äs Mar-seille (Uannsor. lransais in derKaiserl. Mbl. zu Paris, vol. 4020 p. 47 Lj.
st Vgl. über das Folgende 148. Dep. Tassis' v. 18. Dez. 1600, L 1003;M8. Consulta des span. Staatsrathes v. 28. Jan. 1601, L 1426; Llattlüsu,II. 4. 0 tk.; 81m. dontarlni, 255 ; äs 1'Iiou, 1. 125, V. 942 tk.st Vgl. das S. 94 Anm. 2 über Sully's Memoiren Gesagte.