Band 
Erster Theil.
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Zweites Kapitel.

Herzogin von Beaufort erhoben, durch die Freigebigkeit ihres könig-lichen Freundes mit Reichthümern überhäuft, richtete sie doch ihreehrgeizigen Absichten auf viel Höheres: nichts anderes mochte ihrgenügen, als die Königskrone. Sich selbst auf dem Throne Frank-reich's, ihre Söhne als Beherrscher dieses Landes zu erblicken: daswar ihr Zweck und ihr Bestreben, aus dem sie übrigens durchauskein Hehl machte.

Heinrich, in der Verblendung seiner Liebe, war nicht abgeneigt,die Wünsche Gabriellen's auszuführen.') Wie später das Verhältnißzu Fräulein von Entragues, so wäre dann schon jetzt dasjenige zuGabrielle d'Estrees das Unglück seines Lebens und seines Reichesgeworden. Während es sicher war, daß, wenn Heinrich eine Fürstinzur Gemahlin nehmen wollte, der Papst ihn ohne Schwierigkeit vonder kinderlosen Margarethe trennen würde, so war dies bei einerbeabsichtigten Vermählung mit Gabrielle kaum anzunehmen. Ferner-würde bei einer ehelichen Verbindung mit der Letzteren der Haupt-zweck des Königs bei seiner neuen Heirath vereitelt worden sein.Das Haus Bourbon hatte zwar zahlreiche sonstige Sprößlinge, indeßunter diesen herrschte die größte Uneinigkeit. Wenn Heinrich nichtlegitime männliche Erben besaß, so waren nach seinem Tode Kämpfeum die Krone zwischen dem Prinzen von Conde und dem Grafenvon Soissons sicher. Es handelte sich also darum, daß Heinricheinen unzweifelhaft rechtmäßigen Sohn hinterließe, auf welchen nachdes Vaters Tode der Besitz des französischen Thrones unanfechtbarüberging. Wäre aber dieser Zweck bei einer Vermählung des Kö-nigs mit der Herzogin von Beaufort erreicht worden? Gewiß nicht.Der älteste Sohn Heinrich's mit ihr war aus doppeltem Ehebruch

') 8uI1^, III. 205 L — Nach dem Zeugnisse des Kanzlers Chiverny (Ne-moires «INstat äs Ilurauit äs Okivern/, elraneelier äs ttranee, b>g.ris 1636,x. 322 I.) hatte Heinrich doch auch einen vernünftigen Grund für seine be-absichtigte Vermählung mit Gabriellen und Legitimirnng ihrer beiderseitigenKinder. Sein Leibarzt hatte ihm nämlich vorgeredet, er werde nicht mehr imStande sein, Kinder zu erzielen.