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Zweites Kapitel.
politische Kombination, die für beide Reiche von größter Wichtigkeitwerden konnte. Bereits in der Mitte des Oktobers schrieb er anseinen vertrauten Freund, den Connetable Montmorency: „Ichhabe seit einigen Tagen hier Nachricht über die Niederkunft der Kö-nigin von Spanien, welche eine Tochter geboren, deren Verhei-ratung mit meinem Sohne man sofort vorhergesagt hat; und hierzuwürde ich gern meine Zustimmung geben, vorausgesetzt daß sie einegute Mitgift erhält." ft Heinrich dachte hierbei unzweifelhaft an dieNiederlande, die er einst selbst als Aussteuer der Jnfantin EugenikJfabelle für sich gewünscht hatte?)
Aber das Projekt des Königs blieb nicht in dem Zustandeeines bloßen frommen, nur vor Vertrauten ausgesprochenen Wunsches.
Am 13. Oktober hatte Don Juan Bautista de Tassis, derspanische Botschafter, Audienz bei Heinrich IV., um ihm zur Ge-burt des Thronerben feierlich seinen Glückwunsch auszusprechen.Diese Audienz nun verlies in einer ganz anderen Weise, als es bis-her bei den Zusammenkünften zwischen dem König und dem Spa-nier zuzugehen pflegte. Während man sonst sich in gegenseitigenhöchst gerechten Vorwürfen ausließ, die dann stets in ziemlich un-verhüllte Kriegsdrohungen endeten, war dieses Mal Heinrich höchstfreundlich und zuthunlich und so liebenswürdig, wie nur er es zusein vermochte. Er sprach seine hohe Freude aus, daß nun beideKronen Erben besäßen; und fügte dann mit Nachdruck hinzu, erwünsche sehr, daß sie beide auch ferner Söhne und Töchter erhielten,damit sie sich nicht nur durch eine einfache, sondern sogar durch einedoppelte Verheiratung verbinden könnten?)
') Henri IV. au Oonnöt., 16. oet. 1601 sl.ettr. miss., V. 486): ä'u/äss nouvellss ie^, äexuis cinelciues sours, äs I'noeouellsmsnt äs 1» ro^nsä'Lspnxns, cini u kniet uns Ms äont on n nussx tost prsäiet Is marines xourinon üls; ü <iuo^ ss eonssntirnx volontisrs, xourveu ^u'slls Inst bisn
NPLNUASS.
-) 8uih, III. 208.
ft L18. Dep. Tassis' v. 16. Oki. 1601, Arch. v. Sim. L 1604.— In