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Drittes Kapitel.
kettete sie nur desto fester an sich. Ferner stand dem Könige,gehört aber doch diesem Anschauungskreise an der Katholik Pierrel'Estoile, dessen Tagebücher unter die schätzbarsten Quellen zur Kennt-niß dieser Zeit zu rechnen sind. Von Herzen Hugenott, trat er nieoffen zur reformirten Lehre über: eben weil er das äußerliche Be-kenntniß für etwas ganz Gleichgültiges ansah.
Einem solchen Kreise angehörend, vielleicht indifferenter alsalle seine Freunde, ja ganz religionslos, mußte Heinrich natürlichgeneigt sein, den Forderungen der Reformirten nach Gleichberech-tigung im Staate nachzugeben. Trotzdem machten die politischen An-sprüche, die sie daneben erhoben, ihn stutzig, und er hätte gern ver-mieden, denselben nachzukommen. Die Gleichberechtigung wollte erden Hugenotten gewähren, die politische Macht ihnen dagegen ent-ziehen. Indeß er sah sich durch die Ereignisse immer mehr auchzu der Ertheilung der letzteren gezwungen. Die Reformirten machtenMiene, ihn durch Versagnng ferneren Beistandes, ja selbst durchAufruhr, zur Billigung ihrer Beschlüsse zu nöthigen. Als imJahre 1596 der König sich mühsam der Spanier erwehrte, die be-ständig weitere Fortschritte in der Picardie machten, verließen plötz-lich Bouillon und la Tremoille mit allen ihren Truppen das Heer,und die Hugenotten in den Provinzen rüsteten sich zum offenenAufstande.')
Die königlichen Einkünfte wurden mit Beschlag belegt, Sol-daten ausgehoben, Führer ernannt. Der verwegenste und treusteunter den kalvinistischen Kriegern, d'Aubigne, welcher dem Königeam Hofe und in der Schlacht wiederholt Freiheit und Leben gerettethatte, der seit zwanzig Jahren für ihn nicht aus dem Sattel ge-kommen war, ergriff die Waffen gegen den Abtrünnigen. Selbst
') Oliarl. ^.rdalostc, Nvi». äs son mg>ri, 3 >4. — Iwpleix, Hr8toirv äole Org-nä (Paris 16391, 218. — Uüi»oiro8 >1e Ilsauvais-Haiißin (ParisI665,>, 47 s. — Lwin. ü«l, I^alaime (Paris 185,4), p. >05,1.