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Drittes Kavitel.
den Händen ließen! Der Souveräne Rath, welcher dort die Stelledes Parlamentes vertrat, erhob die lebhaftesten Beschwerden, undtrotz aller Mühe des königlichen Kommissars, des Hugenotten de laForce, wurde die Einregistrirung des Ediktes lange verschoben. Einbesonderer Deputirter ging an den König ab, um ihm Vorstel-lungen gegen das Edikt zu machen. Erst als derselbe unverrichteterSache zurückkam, wurde es gegen Ende des Jahres 1600 publizirt,unter lautem Murren und großer Unzufriedenheit der Reformirten in je-nem Lande?) Und wirklich hatten sie von ihrem beschränkten Standpunkteaus nicht Unrecht, wenn sie das Verfahren Heinrich's als eine Un-dankbarkeit bezeichneten: nur ihrer Treue und Aufopferung hatte erzunächst die Krone zu verdanken, und dafür belohnte er sie, indemer den verhaßten Feind in ihre von dem Glaubensstreite so langeverschonten Thäler zurückführte! Ihre Besorgnisse gingen schneller inErfüllung, als sie vielleicht selbst gedacht hatten. Die Fortschritte,die nunmehr der Katholizismus in Bearn machte, waren außer-ordentlich schnelle. Einer der Beamten, welcher die Ausführung desEdiktes in jenem Lande überwachte, berichtete darüber, daß ganzePfarreien, mit Ausnahme einer verschwindend kleinen Anzahl vonFamilien, sofort zu der alten Religion zurückkehrten; besonders tratauch Oleron, der Sitz eines der wieder errichteten Bisthümer, mitseiner ganzen Umgebung zum Katholizismus über: nicht sechzigPersonen blieben in dieser ganzen Gegend der reformirten Sachetreu. ft
Es traten bald weitere Ereignisse ein, welche die Mißstimmungder Protestanten aus das lebhafteste erregten.
Im Jahre 1599 hatte der berühmte litterarische Vorkämpfer derfranzösischen Kalvinisten, Du Plessis-Mornay, ein Buch unter demTitel „Die Einrichtung des heiligen Abendmals" erscheinen lassen,in welchem er zu beweisen suchte, daß die Messe nicht nur den
') 1,3, Horee, New., I. 121 11.; Oorrosx. iviä, 313.2) ?. Odr. stzpl., 48.