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Drittes Kapitel.
ferner die General - Deputirten alle Jahr neu ernennen, damit die-selben nicht der Unabhängigkeit ihrer Gesinnung von der Hosluftberaubt würden, und damit überhaupt die Hugenotten Gelegenheithätten, recht oft politische Versammlungen abzuhalten. Um ebendieses zu verhüten, bestand der König auf einer langen Amtsfüh-rung der einzelnen General-Deputirten. Auch über diesen Punkteinigte man sich zuletzt dahin, daß die Deputirten immer drei Jahreim Amte blieben und dann durch neue ersetzt wurden. Der einederselben war stets vom Adel, der Andere aus dem Bürgerstande.')
So suchte man beiderseits fort und fort den Ausbruch einesoffenen Kampfes zu verhindern, waren ja König und Hugenottendurch so enge Bande mit einander verknüpft! Die Beschwerden derReformirten über Verletzungen des Edikts von Nantes hat Heinrichstets sehr ernst aufgenommen und ihnen so viel wie möglich ab-geholfen. Deshalb ließen sich auch die Reformirten nicht zum Aus-stande verlocken, als im Auftrage des Herzogs von Savoyen, desMarschalls Biron und anderer Verschwörer dicht vor dem savoyischenKriege ( 1600 ) ein gewisser Baron ihnen vorspiegelte, daß der Königeinem Bündniß der katholischen Fürsten zur Vernichtung der Ketzereibeigetreten sei. Karl Emanuel errichtete zwar selbst in seinem Landeeine solche Gesellschaft unter dem hochtönenden Namen „Kongre-gation Unserer Lieben Frauen zur Betrauerung der sieben Schmer-zen" und ließ dieselbe alle katholischen Souveräne zum Beitritt auf-fordern: allein die Reformirten Frankreich's sahen wohl ein, daßdieses alles nur geschehe, um sie aufzuregen und ihnen die Ge-schichte jenes Baron glaubhaft zu machen.
Andrerseits ließen freilich die Reformirten von keinem ihrerAnsprüche, so oft auch der König sich weigerte, denselben nachzu-kommen. Auf der Versammlung zu Sainte-Foy stellten sie mehrereweit gehende Forderungen: erstens daß ihnen die Ausübung ihrerReligion an allen Orten des Reiches gestattet sein solle; zweitens
') llist. äs I'Lä. äs Mutes, I. Z68 t.