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Drittes Kapitel.
thun Heinrich's IV. herbeigeführt, sehr zu Ungunsten der Prote-stanten. Herzog Friedrich von Würtemberg vermittelte einen neuenVergleich im folgenden Jahre zu Hagenau, vermöge dessen der durchdie Lothringer und das Kammergericht geängstigte Markgraf vonBrandenburg das ganze Hochstift an den Kardinal abtrat und dafürvon diesem die Summe von 130,000 Thalern erhielt. Ferner über-nahm der Herzog von Würtemberg gegen ein straßburgisches Amt,das ihm verpfändet wurde, die Bezahlung von 30,000 Goldgulden,die der Markgraf schuldig war, und bezahlte ihm neun Jahre hin-durch jährlich tausend Gulden. In Anbetracht der evangelischenMitglieder des straßburger Domkapitels aber wurde ausgemacht, daßacht derselben ihre Stellen noch eine gewisse Reihe von Jahren hin-durch behalten sollten.')
So hatte der französische König die evangelische Sache inDeutschland nicht vor einer eklatanten Niederlage bewahren könnenoder wollen. Wo blieb da der Eifer für die evangelische Religion,den er dem Landgrafen von Hessen gegenüber vorgeschützt hatte? —
Und doch hatte Heinrich um so mehr Grund, sich die Zuneigungder deutschen Protestanten zu sichern, als die Spanier von neuembegannen, die Ruhe und Macht seines Reiches durch Umtriebe undAnstiftung von Verschwörungen zu stören. Das freundschaftlicheVerhältniß, das nach der Ankunft Rochepot's in Spanien und derendlichen Beschwörung des Friedens durch Philipp III. sich zwischenSpanien und Frankreich gebildet hattet) dauerte kaum einige Wochen;ja in Wahrheit hatten die spanischen Intriguen keinen Augenblickgeruht.
War doch das gegenseitige Mißtrauen zwischen den beidenGroßmächten trotz aller Friedensversicherungen groß und unauslösch-lich! Jede war sich von der anderen Uebles gewärtig und übte esdeshalb selbst gegen sie aus. Die Spanier glaubten ohne Unterlaß
') strnvii Oorp. Inst. denn, >>. 1168.-) S. 124.