Oppositioiisregmigen in Frankreich.
171
1602) seine Absicht erreicht. Als er dann im Beginn des Jahres1603 nach Metz kam, suchten ihn dort der Pfalzgraf von Zwei-brücken, der Landgraf von Hessen, der Herzog von Pommern, dieGesandten vieler anderen deutschen Fürsten auf?) Großes war imWerk. Der König beabsichtigte längere Zeit an der deutschen Grenzezu verweilen, die deutschen Protestanten und Katholiken zu versöhnen,von beiden möglichst viele zu sich herüber zu ziehen. Sie alle solltendann gegen das Haus Oesterreich eingenommen werden, und dakein deutscher König vorhanden war, wollte Heinrich auf die Er-hebung eines nicht-österreichischen Fürsten zu dieser Würde hin-arbeiten?) Indeß er mußte schleunigst nach Paris zurückkehren, daer die bedeutsame Nachricht von dem Tode der Königin Elisabethvon England erhielt. Zuvor aber war in Metz doch noch die straß-burger Angelegenheit durchgesprochen worden, und der König fällteeinen vorläufigen Richterspruch, dem sich auch einstweilen beide Theilefügten. Derselbe theilte das streitige Hochstift dergestalt, daß der,der Stadt Straßburg benachbarte Theil dem Markgrafen von Branden-burg, das klebrige aber dem Kardinal von Lothringen zufiel. Je-doch dieser Vergleich von Nancy hielt nicht lange vor, wie HeinrichIV. es wohl auch beabsichtigt hatte, da er seine Geltung nur biszum 1. Mai 1604 stipulirte. Es erhoben sich große Schwierig-keiten gegen denselben sowohl von Seiten des Kardinals von Lo-thringen und seiner katholischen Verbündeten, besonders des Herzogsvon Baiern, als auch anderntheils des Kurfürsten von der Pfalz,des Hauptes der Evangelischen?)
Das eigentliche Ende dieses langen Streites wurde ohne Zu-
0 Rnplsix, Rist. äs Renrv 1s Or., 336.
2) Nsxsra)-, Rist. äs Rranos, III. 1253. — Der Venezianer AngelaBadocr (Relax. 1605 bei Rar. s Lsreli., II., I. 149) meint sicher diese Ver-handlungen, wenn er behauptet: Heinrich IV. wollte Äönig der Römer werdenund habe mit den deutschen Fürsten darüber verhandelt; indeß er habe einge-sehen, daß dies nicht möglich. Aber es ist doch fraglich, ob Heinrich im Jahre1603 wirtlich auch nur daran gedacht hat, selbst Kaiser zu werden.
si R. N., VI. 91, 111. — Xlieveiilliller, Vnn. Reiäinanäsi, VI. 2652 I.