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Drittes Kapitel.
ließ Rochepot den spanischen Hof; aber die Nunzien in Paris undValladolid gaben sich auf Befehl des Papstes so große Mühe, dieAngelegenheit beizulegen, daß es ihnen bei der günstigen Gesinnungder streitenden Parteien endlich gelang. Die Spanier lieferten diefranzösischen Gefangenen an den Papst aus, und dieser übergabsie dem Herrn von Bethune, dem Gesandten Heinrich's IV. in Rom.Damit war dieser Streit erledigt, die Handelsverbote wurden auf-gehoben. st
Noch einmal war der Krieg zwischen den beiden Mächten, denViele schon erwartet hatten, vermieden. Aber wie hätte sich auf dieDauer eine freundliche- Gesinnung zwischen Spanien und Frank-reich zu erhalten vermocht! Die Ursachen des Mißtrauens und derRivalität lagen zu tief, als daß sie sich leicht hätten auch nur inden Hintergrund schieben lassen. Die leitenden Staatsmänner warenbeiderseits überzeugt, daß der Vortheil des einen Landes das Sinkendes anderen bedinge, und so suchten sie um so eifriger den Gegnerzu verwunden und zu schwächen, je rücksichtsloser und unskrupulöferdie Politik der damaligen Zeit war. Konnte es da an Ursachen zuimmer neuem Verdachte fehlen, und mußte der Verdacht nicht immerneue Gegenmachinationen hervorrufen? Besonders aber konnte diespanische Politik sich des unruhigen, begehrlichen, händelsüchtigenCharakters nicht entkleiden, den sie unter Philipp II. erhalten. JedenAugenblick mußte man einer neuen That gewaltsamer Habgier sei-tens der Spanier in irgend einem Theile Europa's gewärtig sein.Ein ganz hervorragender Vertreter dieser spanischen angeblichenStaatsweisheit,, die wohl am meisten zum Verderben Spanien'sbeigetragen hat, war der Governator von Mailand, Pedro Enrique;de Acevedo, Graf von Fuentes. Das war ein Spanier von altemSchrot und Korn, nicht aus den bessern Tagen Jsabellen's undKarl's, sondern aus der Zeit Philipp's II., ein Nachfolger jener Re-
'> N8. Dep. Tassis' v. '14. Scpt., 19. Nov.; Phil. III. an Tassis,28- Okt.; Arch. v. Sinn, X 1604, 1451. — Bgl. Ustlr. miss., V. 458.