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Drittes Kapitel.
Fuentes war, mußte jede Zögerung, jedes Bedenken als unsühn-bares Verbrechen erscheinen. Es mochte nun für La Fin noch hinzukommen, daß der Friede von Lyon abermals den Zeitpunkt für dieAusführung des Vertrages in das Ungewisse hinausgerückt hatte,daß es ihm wohl überhaupt schien, als ob die Spanier es vor allemauf ihren eigenen Vortheil abgesehen hätten. Kurz, er wurde demGovernator sehr verdächtig, und damit er nichts von den Geheim-nissen verrathe, beschloß derselbe, ihn aus dem Wege zu räumen.Er schickte ihn also sammt dem Sekretär desselben, Renaze, an Bi-ron zurück, bat ihn aber, zuvor noch bei dem Herzoge von Savoyenvorzusprechen, der Wichtiges mit ihm zu verhandeln habe. KarlEmanuel war inzwischen durch ein Schreiben Fuentes' davon be-nachrichtigt worden, daß er La Fin und dessen Sekretär unschädlichzu machen habe. La Fin, ein verschlagener und seiner Mann, mußteaus dem Benehmen Fuentes' in der letzten Zeit Verdacht geschöpfthaben: er vermied also den Weg durch Savoyen und ging vielmehrdurch Graubünden und Basel nach Frankreich zurück. Er hatte seineVorsicht nicht zu bereuen. Denn Renaze war kaum bei dem Her-zoge angelangt, als er verhaftet, zuerst in die Citadelle von Turinund dann in diejenige von Chieri gebracht wurde, in denen er sechs-zehn Monate in strengem Gewahrsam verlebte. Noch acht andereLeute La Fin's wurden, einer nach dem andern, von dem sorgsamenHerzoge von Savoyen aufgefangen und im Kerker festgehalten.')La Fin aber zog sich, als ihm Kunde von diesem Streiche wurde,aus feine Güter zurück, bekümmert über das Geschick seines bewähr-ten Dieners, aber noch nicht fest entschlossen, ob er Biron treu blei-ben oder durch Enthüllung der ganzen Angelegenheit sich des Kö-nigs Verzeihung und Belohnung erkaufen solle.
So hing bereits das Damoklesschwert über dem Haupte Bi-ron's: ein Hauch, und es konnte herabfallen, um ihn zu durchbohren.Und doch ließ er sich durch alle diese Vorgänge nicht warnen, doch
> N8. Mll., kni. 40 (Berlin): Aussagen ?a Fin's am 8. Juli u>02.