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Drittes Kapitel.
folgenden Monaten fand ein lebhafter Austausch von Höflichkeitenund Zuvorkommenheiten zwischen Heinrich IV. und Elisabeth Statt.')Wir werden sehen, daß die Königin dem französischen Monarchensogar ein Offensivbündniß gegen Spanien anbot.
Auch gelang dem Könige um diese Zeit die Erneuerung seinesBündnisses mit den Schweizern. Es war dasselbe jetzt doppeltwichtig, weil Heinrich durch die Schweiz allein noch freien Durch-zug durch die Alpenpässe haben konnte, nachdem er im Anfangedieses Jahres Saluzzo aufgegeben hatte. Beide Mächte, Spanienund Frankreich, hatten deshalb alle Mittel gegen und für das Zu-standekommen einer neuen französisch - schweizerischen Allianz aufge-boten. Fuentes und Casal hatten sich alle Mühe gegeben, dies zuverhindern und hatten auch nach spanischer Weise die Bestechungnicht gescheut, um sich Freunde zu erwerben. Trotzdem hatte derfranzösische Gesandte bei der Tagsatzung, de Vic, die Schweizergünstig für Frankreich gestimmt, und so ward Brulart de Sillerynach der Schweiz gesendet, um definitiv mit den Eidgenossenabzuschließen. Auf der Tagsatzung zu Solothurn, am 11. Sept.1601, stellte er ihnen vor, wie bundestreu Frankreich sich stetsgegen sie benommen, wie Spanien und Savoyen trotz ihrer schönenWorte nur nach einer Gelegenheit suchten, sich einiger Theile derSchweiz zu bemächtigen. Die Mehrheit der Kantone war auch be-reit, die Allianz mit Frankreich zu erneuen, nur die fünf kleinen
Französischen Geschichte hat mit dem ihm eigenen historischen Scharfblick dieUnzuverlässigkeit Sully's in vollem Maße erkannt. Die ganze Geschichte ist beiSulll) offenbar auf die Verherrlichung seines berühmten Planes von der großenallgemeinen christlichen Republik angelegt, den er nun ebenso der Elisabeth inden Mund legt, wie früher Heinrich IV. Ich werde noch ausführlich auf dieErörterung dieses Planes zurückkommen, der meiner Ueberzeugung nach sichererst während der Ungnade Sully's unter den folgcndcnRegierungen in seinem Hirneentstanden ist, und den er dann den bedeutendsten Persönlichkeiten der verflossenenEpoche zuschrieb, um dieselben in scharfen Gegensatz zu der spanisch gesinntenRegentin zu stellen.
') litzttr. miss., V. 589 k.