Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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für eine Politik, die eigentlich ihren Anschauungen schnurstracks zu-wider lief.

Sully hat in seinen Memoiren sich großen Einfluß aus denGang von Heinrich's äußerer Politik zugeschrieben. Freilich wurdeer bisweilen zu Rathe gezogen, besonders in den letzten Monatenvon Heinrich's Leben; aber im allgemeinen war er auf die innerenAngelegenheiten, besonders die Finanzverwaltung, beschränkt. Seinegroßen Verdienste auf diesem Gebiete werden wir später zu schildernhaben, aber für die äußeren Verhältnisse kommt er wenig in Be-tracht. Auch war er hier ganz ungeeignet. Maximilien de Bethune,Marquis von Rosny — wie damals der spätere Herzog von Sullynoch hieß — verband mit großen Vorzügen: Geschicklichkeit, Einsichtin Verwaltungssachen, vorzüglicher Begabung in den Artillerie- undJngenieurwissenschaften, Eifer für seinen Herrn, zahlreiche Mängel,die ihn besonders für das diplomatische Fach untauglich machten.Er war stolz, aufgeblasen, herrisch und absprechend, hart, voll uner-sättlicher Geldgier. Selten hat Jemand den Haß der Mitwelt soauf sich vereinigt, wie Sully,') um freilich dafür von der Nach-welt über Gebühr entschädigt zu werden. Sully empfahl sich feinemKönige noch besonders durch seinen Jndifferentismus in religiösenDingen; obwohl äußerlich Hugenott, hatte er dem König zu seinemUebertritt gerathen und verkehrte viel und gern mit katholischenGeistlichen. Ja, er beging das in den Augen seiner Glaubens-genossen unsühnbare Verbrechen, dem Papste den Titel „heiligerVater" beizulegen!

Aber so brauchbar und wichtig diese Männer dem Könige auchwaren, wesentlich regierte er selbst, und dankte nicht für die aus-wärtige und nicht für die innere Politik zu ihren Gunsten ab.

Mit leichter Mühe, ohne Bürgerkrieg, war jetzt die Empörungbeseitigt, welche noch soeben die kaum hergestellte Ruhe Frankreichs

') Vergl. S- 228; sowie N8. LaxMments 911 (Libl. Iwx. zu Paris):Ksiuoiistraiies tsiots s Nr. äs Rosu^, IsOO.