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Viertes Kapitel.
bedroht hatte. Der Friede blieb nach innen und außen erhalten,und unter seinem Schutze entwickelten sich rasch die reichen Hülfs-quellen des Landes, wuchsen dessen Wohlstand und die Zahl seinerBewohner. Während dessen erschöpfte sich Frankreich's Nebenbuhler,Spanien, in einem fortwährenden Kriegszustande. Bald — sahenwir — wurde eine mächtige Flotte ausgerüstet, um Algier anzu-greifen, bald setzte sich ein Heerhaufe in Bewegung, um eine neueProvinz dem endlosen Reiche hinzuzufügen. Wie hätten da Armeeund Flotte verringert, die Steuerlast erleichtert, der Volksgeist aufdie Künste des Friedens gelenkt werden können! Unaufhaltsam führteLerma seine Nation weiter aus dem abschüssigen Pfade, der sie zuElend und Machtlosigkeit leiten sollte. Welch' ein Gegensatz zu derruhigen, selbstbewußten, - stetigen Politik des französischen Königs!
Aber die gefährlichste, allezeit offene Wunde am spanischenStaatskörper waren die Kriege mit Holland und England. Zumalder erstere; Jahr aus Jahr ein zehrte er an dem Vermögen undder Bevölkerung der Pyrenäen-Halbinsel. Doch auch England fügteden Spaniern durch seine Korsaren und durch seine großartigenmaritimen Unternehmungen nicht wenig Schaden zu. Es ist er-wähnt, wie das Kabinet von Valladolid diesen noch selbst ver-mehrte, indem es die unglückliche Expedition des Don Juan dÄgui-lar gegen Irland ausrüstete. Dieses Unternehmen schadete den Spa-niern in mehr als einer Beziehung. Elisabeth, die schon längst ge-wünscht, den Krieg mit ihnen zu beenden—-hatten doch bereits imJahre 1600 Verhandlungen zwischen englischen und spanischen Kommis-saren in Boulogne stattgefunden — wurde durch den Donner der spa-nischen Geschütze in Irland auf unangenehme Weise aus ihren Friedens-träumen erweckt. Sie beschloß, zum zweiten Male in ihrem Lebendurch diese Vorspiegelungen der Spanier getäuscht, nun gründlicheRache an denselben zu nehmen. Sie sollten fühlen, daß die Feind-schaft mit England keine geringe Sache sei; einen allgemeinen Kriegwollte sie gegen Spanien anstiften. Aus wen hätte sie da ihrAugenmerk eher richten sollen, als auf den französischen König? So