Scheinfriede.
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gar keinem Verhältniß zu dem doch höchst zweifelhaften Vortheile,den man erhoffen dürfte.') So urtheilte die erste politische Körper-schaft der Monarchie! Leider waren die ehrgeizigen Minister Phi-lipp's III. wenig geneigt, diesen zugleich moralischen und klugenRathschlägen Folge zu leisten. Während Heinrich IV., trotz all'seiner Neigung zum absoluten Regiment, mit richtigem Verständnißauf die Stimme seines Volkes hörte, setzten die leitenden Personenin Spanien sich in thörichtem Hochmuthe über dieselbe hinweg.
Noch ehe- die Verschwörung Biron's gänzlich enthüllt war,hatte Heinrich sich bei Don Juan Bautista de Tassis über die spa-nischen Umtriebe im Innern seines Reiches beschwert?) Tassisleugnete freilich alles ab, schrieb aber doch nach Hause um Instruk-tionen. Der Staatsrath zu Valladolid, der in das Geheimniß nichthineingezogen war, sprach die feste Ueberzeugung aus, weder derkatholische König noch seine Minister hätten an jenem Unternehmenirgend Antheil; Philipp III. möge ihn — den Staatsrath — hier-über völlig beruhigen, damit derselbe danach seine Maßnahmen tref-fen könne. Indeß obwohl der Staatsrath bei dem Könige immerwieder auf eine solche Erklärung drang, ward sie ihm doch nichtzu Theil: ein übles Zeugniß für Philipp III. und Lerma! Nachaußen hin freilich stellten dieselben und ihre Agenten sich selbstver-ständlich höchst tugendhaft entrüstet über die Anschuldigungen, die Hein-rich gegen sie erhoben. Durch den Herzog von Sessa, den spani-schen Botschafter in Rom, wurde der Papst vermocht, sich sofort beidem französischen Könige für die Unschuld der Spanier zu verbür-gen. Auch Tassis mußte in diesem Sinne sich aussprechen und so-gar die Theilnahme des Grasen Fuentes an dem inzwischen ganzentdeckten Unternehmen beharrlich leugnen?) Am 12. August wieder-
>) N8. Consulta des sp. Staatsr. v. 27. Mai.r) Auch bei dem Papst; 8iri, New. reeouä., I. 40.
3) N8. Dep. Tassis' v. 9—15. Mai. 26. Juni; Consulten des sp. Staatsr.v. 27. Mai, 6. JuU.
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