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Viertes Kapitel.
ermähnte er sogar durch Brcves den Sultan, seine Angriffe gegenden Kaiser eifrig und scharf fortzusetzen.') Wie sich hiermit dieso oft betheuerte Begeisterung Heinrich's für die christliche Religionverträgt, ist freilich schwer abzusehen. Ohne Skrupeln irgend einerArt, aber mit bewundernswürdiger Geschicklichkeit und Ausdauersehen wir Heinrich die Fäden seiner Politik nach allen Seiten hinknüpfen. In Deutschland, in Holland, in England, im Orient be-reitete er dem Hause Oesterreich Verlegenheiten und reizte dessenFeinde gegen dasselbe an, die eben dadurch seine eigenen Freundewurden: ohne doch Frankreich's Mittel irgendwie für diese Zweckeabzunutzen. Frankreich brauchte eben äußeren Frieden, und diesenhat Heinrich fast ängstlich bewahrt, obwohl er gerade damals diemannichfaltigsten und gerechtesten Veranlassungen hatte, ihn zubrechen.
Denn es war dies die Zeit der heimlichen Versuche Fuentes'und Karl Emanuel's, mit Hilfe Biron's und Bouillon's die innereRuhe Frankreich's zu stören. Wir haben gesehen, daß die spanischeRegierung und selbst Philipp III. Kenntniß von diesen Umtriebenhatten und dieselben sogar innerhalb gewisser Grenzen begünstigten.Und doch, wie sehr dürstete die spanische Nation nach Frieden, wiefriedlich war in ihr die Gesinnung bis in die höchsten Kreisen hin-auf! Man erkannte die üble Lage des Vaterlandes, man war sichder Ursachen bewußt, durch welche es in dieselbe gerathen. Alszum ersten Male die Nachrichten von jener Verschwörung an denspanischen Staatsrath kamen — am 27. Mai 1602 — da sprachdieser die Meinung aus, die spanischen Agenten in Frankreich solltendie dortigen Katholiken zur Ruhe ermähnen. Spanien dürfe sienicht unterstützen, denn die Angelegenheiten in Flandern stündenschlimm und im Schatze sei kein Geld vorhanden. Die Gefahrenbei einem neuen Kriege Spanien's gegen Frankreich seien groß, in
>) U8. Dep. Taifis' v. 26. April 1602. — Heinrich an Braves und anFresnes-Canaye, 2. Apr., 11. Aug. 1602, 20. Jan. 1604; I^ettr. miss., V. 753,653, VI. 681.