Scheinfriede.
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wie ihm zum Trotz. Unzählige Male hatte er schon versucht, sichderselben zu bemächtigen, immer war es ihm mißlungen, mit Güteund mit Gewalt. Weltliche und geistliche Waffen hatte er ange-wendet; um die Gemüther in der Metropole des Kalvinismus fürdie alte Religion und damit auch für Savoyen zurück zu erobern,hatte er in Thonon, unmittelbar am See, ein Kloster von Prediger-mönchen gegründet?) Wie dringend hatte er die Stadt von Hein-rich gefordert, wie lebhaft hatte ihn Klemens VIII. dabei unter-stützt: aber vergebens. Endlich schien ihm der lyoner Vertrag dieletzte Möglichkeit abzuschneiden, zu dem Besitze der Stadt zu ge-langen. Sie war zwar — auf besonderes Bitten des Papstes undseines Legaten 2) — nicht ausdrücklich genannt worden, aber doch unterdem allgemeinen Namen der Freunde und der Verbündeten derschweizerischen Ligen und Kantone mitbegriffen, welche mit klarenWorten in den Frieden aufgenommen worden waren. Um fernergar keinen Zweifel über diesen Punkt zu belassen, hatte Heinrich am13. August 1601 ausdrücklich erklärt, daß er Genf mit unter die„Verbündeten der dreizehn Kantone" begreife und es deshalb alsunter dem Schutze des lyoner Friedens stehend betrachte. Es hießalso von Seiten des Herzogs diesen Frieden offen brechen und da-mit den König von Frankreich selbst angreifen, wenn er etwas ge-gen Genf unternahm. Und dennoch schreckte er vor einem solchenWagniß nicht zurück; mehrere Umstände waren es, die ihn hierbeiermuthigten. Zuerst mochte er sich wohl auf das Unterlassen dernamentlichen Erwähnung von Genf in dem Traktate stützen, dochkonnte das von keiner großen Bedeutung sein. Mehr siel für ihn
Depesche Francesco Priuli's an den venezian. Senat, v. 27. Okt. 1601;Nntinslli, Ltoria ureana ä'Italiu, III. 251.
-) I.. m., VI. 6.
si ^brsn ^ Lsrtoäano, Vrataclos, I. 95 tk. — Im Frühjahr 1601 hatteLesdiguisres, aus-Furcht vor der großen spanischen Armee in Oderitalien, Genfmit Soldaten und Kapitänen verstärkt. S. Depesche Winwood's an Cecil v.7. Mai 1601; TVinvcooä Uomorinls, I. 323.
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