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Viertes Kapitel.
Als alles zur Ausführung bereit schien, glaubte Karl Emanuel,es sei angemessen, die Genfer noch mehr in Sicherheit zu wiegen.Er schickte also den Präsidenten Rochette nach Genf, um hier überdie Wiederherstellung der Handelsverbindungen zwischen der Repu-blik und Savoyen und besonders über den Verkehr mit Lebens-mitteln zu verhandeln. ' Häufig sah man savoyische Edelleute inGens einleiten und hier freundlich mit den Bürgern umgehen undGeschäfte abschließen. In der That wurde, bei so vielen Mitwissern,das Geheimniß in bewunderungswürdiger Weise gewahrt.
Der Herzog wollte, wenn auch heimlich und verkleidet, derExpedition beiwohnen, doch blieb er . nachher auf halbem Wege, inEtrambiere, zurück, um allzugroße Schande bei einem Mißlingen desUnternehmens zu vermeiden. Zu dem offiziellen Führer desselbenwurde des Herzogs Günstling dÄlbigny ernannt, der sein General-lieutenant in den westalpinischen Provinzen war. Dieser ließ diezu dem Angriff bestimmten Truppen, 2600 ausgesuchte Soldaten,')in einzelnen Abtheilungen, um so jedes Aufsehen zu vermeiden, indie Genf benachbarten savoyischen Ortschaften abrücken. Endlichwurde die Nacht von Sonnabend dem 21. auf Sonntag den 22.Dezember — die längste Nacht des Jahres — zur Ausführungdes beabsichtigten Schlages angesetzt. Um 6 Uhr Abends war-st Genauer: 800 Savoyer, 800 Spanier, 400 Neapolitaner, 4 Komp. Ka-vallerie, 100 auserlesene Kürassiere und 100 freiwillige Edelleute; Luluoes, Rist.Milit. äu kisinont, III. 50.
0 Trotz der abweichenden Angaben mehrerer Schriftsteller (Nntttzion, II.200 V.: 25. Dez.) ist das im Text angegebene Datum verbürgt durch Thou, I.129, Mezeray (III. 1250), Khevenhiller Gnu. ^erä., VI. 2621) die DepescheMarina Cavalli's v. 3. Jan. 1603, den Bericht der Genfer selbst (in ihremBriefe an den Gouv. von Lyon R Llattüisn, II. 204 ll. ü: 11/12. Dez.A. St., vgl. ^.nbiZns, Rist. Iliiiv., V. 12.), endlich durch die noch jetzt inGenf stattfindende Feier dieses Festes; vgl. Lampmann, die genfer Escalade(Morgenbl. 1861 Nr. 5, 6). Hierbei mag noch erwähnt sein, daß der groß-artige Plan, den Herr Lampmann, gestützt auf die Autorität des natürlich sehrparteiischen genfer Flugblattes Vrn)- äiseours, dem Herzoge zuschreibt, sicher niein dessen Gehirn vorhanden war. Wie hätte es Karl Emanuel einfallen kön-nen, „im engen Bündniß mit Spanien die Niederlande zu erobern (?!), den