Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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in der Bironschen Angelegenheit erbittert, hatte dem Herzog sein Thunstrengstens verwiesen und ihn darauf aufmerksam gemacht, daß ersich schlimmen Repressalien aussetze, wenn er fortfahre, Friedensbrüchezu verüben.Karl Emanuel verhielt sich nun eine Zeit lang still,aber es war nur das Bücken des Tigers,' der zu einem neuen kräf-tigern Sprunge ausholt. In demselben Augenblicke, wo er denGrafen Vische nach Paris gesandt und Heinrich seiner Ergebenheitund Treue versichert hatte, horchte er noch einmal aus die Ein-flüsterungen d'Albigny's und bereitete eine Expedition vor, die ihnplötzlich für sein bisheriges Mißgeschick entschädigen und ihm diegehaßte und doch so glühend begehrte Stadt nothwendig in die Händezu liefern schien. Der Plan gründete sich auf den Umstand, daßdie Mauer von Genf nicht überall gut bewacht war. Besonders beidem Neuthore war eine weite Strecke der Courtine beständig ohnejede Schildtvache?) Hier wollte Karl Emanuel einen nächtlichenUeberfall ausführen. Alle Vorbereitungen wurden mit dem größtenEifer und dabei in der äußersten Heimlichkeit betrieben. Der Syn-dikus der genfer Wache, Blondel, wurde noch durch besondere Ver-handlungen gewonnen, um in jener Nacht für die Nichtaufstellungeiner Wache auf der erwähnten Courtine Sorge zu tragen, ch Vonallen Seiten her wurden entschlossene Leute geworben und nachChambery gebracht, wo sie eingeübt, gut unterhalten und reichlichbezahlt wurden. Leitern zum Ersteigen der Mauern wurden in gro-ßer Menge und mit nie gesehener Sorgfalt und Kunst verfertigt.Man wurde zwar auf diese Rüstungen des Savoyers aufmerksam,indeß man wußte nicht, gegen wen sie gerichtet waren. Uebrigenswar man von Seiten des Herzogs dergleichen Vorbereitungen jagewohnt.

') Brief des Königs an die Kantone v. 3. Jnli 1602; I,. m., V. 757.

2) Bouillon (der zufällig gerade damals in Genf anwesend war) an einenFreund. Anf. Jan. 1603; Oorrssx. äo I>n I?orov, I. 347.

3) Usrernx, List. äs ttrunee, III. 1250 1. — 8aluee8, List. inilitnireäu kieinoni, III. (Turin 1818) x. 49, giebt noch einige Einzelheiten.

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